Eine Firma aus Telgte heuert Ex-Bundeswehrsoldaten an. Sie sollen in dem Bürgerkriegsland eingesetzt werden.

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"Über die Aktivitäten der Firma ist dem Auswärtigen Amt nichts bekannt", sagte ein Sprecher von Außenminister Guido Westerwelle (FDP).

"Über die Aktivitäten der Firma ist dem Auswärtigen Amt nichts bekannt", sagte ein Sprecher von Außenminister Guido Westerwelle (FDP).

dpa

"Über die Aktivitäten der Firma ist dem Auswärtigen Amt nichts bekannt", sagte ein Sprecher von Außenminister Guido Westerwelle (FDP).

Telgte. Eine deutsche Firma hat nach ARD-Informationen mehr als 100 ehemalige Bundeswehrsoldaten als Söldner nach Somalia vermittelt. Im Auftrag eines an die Macht strebenden somalischen Politikers habe die im nordrhein-westfälischen Telgte ansässige Firma Asgaard German Security Group bereits ein Söldnerteam in das Bürgerkriegsland geschickt, berichteten NDR Info sowie tagesschau.de.

Bislang spielten deutsche Firmen auf dem weltweiten Markt des privatisierten Krieges keine Rolle. Unternehmen wie Blackwater standen als Synonym für modernes Söldnertum.

Sowohl der Geschäftsführer der Firma Asgaard, Thomas Kaltegärtner, als auch der betroffene somalische Politiker Galadid Abdinur Ahmad Darman haben nun die Existenz eines Vertrages zur Entsendung von Ex-Bundeswehrsoldaten bestätigt.

Somalischer Politiker erkennt Übergangsregierung nicht an

Die zunächst für fünf Jahre getroffene Vereinbarung umfasse Aufgaben "der strategischen Beratung und Planung" sowie alle "Maßnahmen, die notwendig sind, um Sicherheit und Frieden wiederherzustellen". Der Politiker Darman ergänzte, die deutschen Söldner sollten seine Truppen trainieren und "gemeinsam mit unseren Einheiten kämpfen".

Der 57-Jährige bezeichnete sich selbst als "gewählten Präsidenten der Republik Somalia" und sprach der Übergangsregierung von Präsident Sharif Sheikh Ahmed die Legitimation ab. Seit dem Sturz einer Militärdiktatur 1991 herrscht in Somalia Bürgerkrieg. Weite Landesteile sind unter der Herrschaft von Kriegsherren und deren häufig islamistischen Milizen.

Das Auswärtige Amt will von dem Vertrag nichts gewusst haben. "Über die Aktivitäten der Firma ist dem Auswärtigen Amt nichts bekannt", sagte ein Sprecher von Außenminister Guido Westerwelle (FDP). Auch das Bundesverteidigungsministerium betonte, dass es keine Zusammenarbeit mit der Firma aus Telgte gebe.

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