Von den 4,5 Millionen Haushaltshilfen in Deutschland arbeiten 95 Prozent ohne Rechnung und ohne jedes schlechte Gewissen.

Haushaltsarbeiten wie Fensterputzen werden zu 95 Prozent schwarz verrichtet.
Haushaltsarbeiten wie Fensterputzen werden zu 95 Prozent schwarz verrichtet.

Haushaltsarbeiten wie Fensterputzen werden zu 95 Prozent schwarz verrichtet.

dpa

Haushaltsarbeiten wie Fensterputzen werden zu 95 Prozent schwarz verrichtet.

Berlin. Mehr als vier Millionen Privathaushalte in Deutschland beschäftigen nach einer neuen Studie eine Hilfe fürs Putzen, die Gartenarbeit oder die Hausaufgabenbetreuung schwarz. Rund 95 Prozent der insgesamt 4,5 Millionen Haushaltshilfen arbeiteten ohne Rechnung, ergab eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). "Schwarzarbeit im Haushalt wird von der Bevölkerung weitgehend akzeptiert", sagte die Leiterin des IW-Hauptstadtbüros, Karen Horn. Acht von zehn Befragten gaben in einer IW-Umfrage an, sie hätten kein schlechtes Gewissen, eine Hilfe illegal zu beschäftigen. Jemanden illegal im Haushalt zu beschäftigen werde weniger kritisch gesehen, als ein Versprechen nicht zu halten. Nur drei Prozent der Deutschen, auch das ergab die Umfrage, würden eine solche Schwarzarbeit anzeigen.

Die Familien unterstützenden Dienstleistungen machen laut Studie 16 Prozent der gesamten Schwarzarbeit aus, drei Punkte weniger als Handwerksleistungen beim Hausbau.

Doppelverdiener liegen vorn - Haushalte mit Kindern hinten

Am häufigsten würden alleinstehende und pflegebedürftige ältere Menschen sowie Doppelverdiener-Haushalte ohne Kinder die Dienste von Haushaltshilfen in Anspruch nehmen. Anbieter seien oft ältere Frauen mit niedrigem Einkommen. 38 Prozent von ihnen sind für ältere Menschen im Einsatz, 28 Prozent für kinderlose Ehepaare. Dabei hätten Doppelverdiener häufig auch die finanziellen Möglichkeiten und außerdem beruflich so viel Druck, dass sie sich beim Bügeln, Putzen oder Einkaufen helfen lassen. Dagegen beschäftigen laut Studie Haushalte mit Kindern nur selten Haushaltshilfen - egal ob schwarz oder nicht. Ihnen fehlt in der Regel wohl das Geld.

Durch eine Legalisierung von 30 bis 60 Prozent der Schwarzarbeit in Privathaushalten könnten 17 7000 bis 35 5000 reguläre Stellen entstehen, sagte Horn. Nach Berechnungen des IW sind bis zu 600 000 neue Vollzeitjobs möglich, wenn das Nachfragepotenzial von etwa 14 Millionen Haushalten voll ausgeschöpft werde. Der Berechnung wurde ein Stundenlohn von acht Euro zugrunde gelegt. Bei zehn bis zwölf Euro könnten 417 000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Fast jeder dritte Erwachsene vergab der Erhebung zufolge im Jahr 2007 Arbeiten ohne Rechnung, im Durchschnitt bezahlte er dafür 1000 Euro. Jeder fünfte Erwachsene habe selbst schwarzgearbeitet - durchschnittlich 6,5 Stunden pro Woche für etwa zehn Euro pro Stunde.

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