arbeitsmarkt Die ungleichen Gehälter zwischen den Geschlechtern sollen in Deutschland stärker bekämpft werden.

Berlin. Angesichts der EU-Erhebungen über die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen will Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (Foto/SPD) Frauen den Klageweg für eine Gleichbezahlung erleichtern. "Wenn es eine Ungleichheit gibt, muss die Firma beweisen, dass es sich dabei nicht um eine Diskriminierung der Frauen handelt", sagte Scholz der "Bild am Sonntag". Die Unternehmen müssten "verpflichtet werden, die Daten für einen Gehältervergleich zur Verfügung zu stellen". Zudem machte sich der Arbeitsminister für einen höheren Anteil von Frauen in Aufsichtsräten stark. Er sprach sich für eine Quote von 40 Prozent für Frauen aus. Beispielsweise in Norwegen sind Unternehmen dazu bereits verpflichtet worden.

Jüngsten Erhebungen in der Europäischen Union zufolge liegt der Stundenlohn von Frauen in Deutschland um 23 Prozent unter dem der Männer. Der EU-Durchschnitt beträgt 17,4 Prozent. Schlechter als Deutschland rangieren nur Zypern, die Niederlande, die Slowakei, Tschechien, Estland und Österreich.

Dass Deutschland besonders schlecht dasteht, hat viele Ursachen. Ganz zentral ist allerdings, dass Frauen die Hauptlast bei der Familienarbeit tragen. Nur etwa 30 Prozent der Mütter mit Kindern unter drei Jahren seien erwerbstätig, jedoch 85 Prozent der Väter, ergab eine Studie des IAB-Instituts für Arbeitsmarktforschung. Zusätzlich seien Frauen in besser bezahlten Berufen weniger häufig vertreten als Männer. Selbst innerhalb des selben Berufs verdienen Frauen laut IAB noch 21 Prozent weniger als Männer. Selbst bei gleicher Ausbildung, gleichem Beruf, gleichem Alter und im gleichen Betrieb bleibe eine Lücke von zwölf Prozent. ifa/AFP

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