Experten vermuten, dass Israel oder die USA mit dem Angriff Teherans Nuklearprogramm schwächen wollen.

Teheran. Der Iran hat erstmals eine Cyber-Attacke auf seine Industrie- und Atomanlagen durch den Computer-Schädling Stuxnet bestätigt. Die Angriffe hätten aber bis jetzt keine "ernsthaften Schäden" angerichtet, sagte Kommunikationsminister Resa Taghipur in der Zeitung "Tehran Times". Auch das einst mit deutscher Hilfe begonnene Atomkraftwerk Buschehr ist betroffen. Wer hinter dem Angriff steht, ist bislang noch unklar.

Iran spielt herunter: "Bis jetzt keine ernsthaften Schäden"

"Bis jetzt hatten wir weder ernsthafte Schäden noch Computer-Abstürze." Taghipur sagte nicht, welche Anlagen von Stuxnet betroffen und wie hoch die Schäden sind. Er versicherte nur, dass die iranischen IT-Experten das notwendige Wissen hätten, um die infizierten Systeme zu säubern. Ein IT-Experte des Ministeriums für Bodenschätze hatte zuvor erklärt, dass tausende Rechner in den iranischen Industrieanlagen mit dem Trojaner infiziert seien.

Insgesamt seien 30000 Computer befallen. Viele der Kontrollsysteme für die iranischen Industrieanlagen stammten von der deutschen Firma Siemens. Stuxnet greife speziell diese Systeme an und übermittle dann Daten ins Ausland, sagte der iranische IT-Experte. Trojaner tarnen sich als harmlose Programme und entfalten ihre schädliche Wirkung, wenn der ahnungslose Nutzer sie ausgeführt hat.

In den vergangenen Tagen hatte es Berichte gegeben, dass der im Netz aufgetauchte Stuxnet-Trojaner speziell gegen das iranische Atomprogramm gerichtet sei. Auch wird darüber spekuliert, dass hinter der Computervirus-Attacke keine einzelnen Computerhacker, sondern Staaten stehen könnten - etwa die USA oder Israel, die ein Interesse daran haben, das iranische Atomprogramm zu sabotieren.

Das Atomkraftwerk Buschehr war vor Jahrzehnten noch unter dem Schah mit deutscher Hilfe begonnen und dann mit russischer Hilfe zu Ende gebaut worden.

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