An den deutschen Enden der Leitungen aus der Ukraine sinkt der Druck. Engpässe vor allem in Südosteuropa.

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Der Erdgasspeicher Reitbrook bei Hamburg ist gut gefüllt, auch der Druck stimmt. Diese Leitung kommt aus Weißrussland.

Der Erdgasspeicher Reitbrook bei Hamburg ist gut gefüllt, auch der Druck stimmt. Diese Leitung kommt aus Weißrussland.

dpa

Der Erdgasspeicher Reitbrook bei Hamburg ist gut gefüllt, auch der Druck stimmt. Diese Leitung kommt aus Weißrussland.

Essen/Moskau. Der Streit zwischen Russland und der Ukraine wirkt sich auch auf die Versorgung der deutschen Gaskunden aus. In Deutschland kam wegen russischer Lieferkürzungen am Dienstag weniger Gas an, wie die großen Importeure Eon Ruhrgas und Wingas mitteilten.

Eon Ruhrgas warnte zugleich, es drohten Gas-Engpässe, sollte Russland seine Lieferungen weiter so drastisch kürzen und das Wetter so kalt bleiben. "Auch unsere Möglichkeiten stoßen an Grenzen, wenn diese drastischen Lieferkürzungen anhalten und die Temperaturen auf sehr niedrigem Niveau bleiben", sagte Eon-Ruhrgas-Chef Bernhard Reutersberg. Derzeit sei die Versorgung jedoch noch gesichert, weil Eon Ruhrgas vorgesorgt habe, sein Gas aus verschiedenen Quellen beziehe und über Reserven in Speichern verfüge.

Die für Europa bestimmten Erdgasmengen seien seit Dienstagmorgen "massiv eingeschränkt", erklärte Eon Ruhrgas. Es werde damit gerechnet, dass an der deutschen Grenzlieferstation im bayerischen Waidhaus, wo das Gas aus der Ukraine ankommt, die Gasmengen komplett ausfielen. Auch der zweitgrößte Importeur Wingas meldete Druckabfälle auf der über die Ukraine verlaufenden Gasliefer-Route.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft betonte, vorerst sei die Erdgas-Versorgung in Deutschland trotz der großen Kälte gewährleistet. Um die Schwankungen auszugleichen, könnten Lieferungen etwa aus Norwegen oder den Niederlanden erhöht werden. Deutschland verfüge außerdem über die höchste Erdgas-Speicherkapazität in Europa.

Von den Engpässen sind derzeit vor allem Länder in Südosteuropa betroffen.

Nach einem Treffen mit dem Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew betonte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU), dass in Deutschland keine Engpässe drohten. Gazprom habe zugesagt, die Gaslieferungen über andere Leitungen außerhalb der Ukraine zu transportieren.

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