Verbale Entgleisung: Weil sein Sprecher versäumte eine Pressemittteilung zu verteilen gab's eine Standpauke vor laufenden Kameras vom Finanzminister.

Bei einer Pressekonferenz zur Bekanntgabe der Ergebnisse der Steuerschätzung unterhalten sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU, l) und sein Sprecher Michael Offer im Bundesministerium der Finanzen in Berlin.
Bei einer Pressekonferenz zur Bekanntgabe der Ergebnisse der Steuerschätzung unterhalten sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU, l) und sein Sprecher Michael Offer im Bundesministerium der Finanzen in Berlin.

Bei einer Pressekonferenz zur Bekanntgabe der Ergebnisse der Steuerschätzung unterhalten sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU, l) und sein Sprecher Michael Offer im Bundesministerium der Finanzen in Berlin.

dpa

Bei einer Pressekonferenz zur Bekanntgabe der Ergebnisse der Steuerschätzung unterhalten sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU, l) und sein Sprecher Michael Offer im Bundesministerium der Finanzen in Berlin.

Berlin. Das Video ist der Renner im Internet: Beim Portal YouTube hatten Besucher am Sonntag schon mehr als 200.000 Mal die Szene angeklickt, wie Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble seinen Pressesprecher zurechtstutzt. So geschehen auf der Pressekonferenz zur Steuerschätzung vergangene Woche. Der CDU-Minister war verärgert, dass die Steuerschätz-Zahlen noch nicht an die Journalisten verteilt waren - und ließ das vor laufenden Kameras und angeschalteten Mikrofonen seinen Sprecher Michael Offer spüren. "Das hatte ich vor 20 Minuten noch gesagt: Es wäre schön, wenn die Zahlen verteilt wären", erklärte Schäuble - unter dem Beifall von Journalisten - und brach die Pressekonferenz ab.

Erst nach 20 Minuten kehrte er wieder zurück - feixend und sich nach seinem Sprecher umschauend: "Kann mir mal jemand den Offer herholen!" Er solle den "Scherbenhaufen schon selber genießen". Der rüde Auftritt stieß bei Politikern auf Kritik. "So geht man mit Schutzbefohlenen nicht um", schimpfte der SPD-Bundestagsabgeordnete Carsten Schneider. Der FDP-Chef im Kieler Landtag, Wolfgang Kubicki, lästerte: "Der Mann steht unter Drogen." Das brachte ihm eine Rüge von FDP-Chef Guido Westerwelle ein: "Was du zu Schäuble gesagt hast, geht so nicht, und ich weise das in aller Form zurück." Schäuble selbst sprach vom "manchmal drängelnden Wesen" des Ministers. Erst am Wochenende räumte er ein, er habe wohl "überreagiert."

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