Weil Richter John Roberts am Dienstag den Text falsch zitiert hatte, wurde die Vereidigung im Weißen Haus wiederholt.

Diesmal machte Richter Roberts (l.) keinen Fehler beim Amtseid. Obama nahm die Wiederholung gelassen: „Ist o.k., John, so etwas kann vorkommen.“
Diesmal machte Richter Roberts (l.) keinen Fehler beim Amtseid. Obama nahm die Wiederholung gelassen: „Ist o.k., John, so etwas kann vorkommen.“

Diesmal machte Richter Roberts (l.) keinen Fehler beim Amtseid. Obama nahm die Wiederholung gelassen: „Ist o.k., John, so etwas kann vorkommen.“

AFP

Diesmal machte Richter Roberts (l.) keinen Fehler beim Amtseid. Obama nahm die Wiederholung gelassen: „Ist o.k., John, so etwas kann vorkommen.“

Washington. Zum Abschluss seines ersten Tages im Weißen Haus hat Barack Obama erneut Geschichte geschrieben: Als erster Präsident legte er ein zweites Mal seinen Amtseid ab.

Es waren Bilder, die um die Welt gingen und selbst in Amerika große Verwirrung gestiftet hatten: Gleich zwei Mal, so der Anschein, hatte sich ein verständlicherweise nervöser Obama am Fuße des Kapitolshügels bei der Ablegung seines Amtsschwurs versprochen.

Doch der Fehler lag in Wirklichkeit bei dem Richter John Roberts, der den Text falsch zitiert hatte. Eine etwas peinliche Panne also, die zum Ausklang des ersten vollen Tages im mächtigsten Amt der Welt in deutlich kleinerem Kreise richtiggestellt wurde.

Ganze 25 Sekunden dauerte es, bis Obama im Oval Office den Amtseid erneut ablegt hatte. Danach soll er den Arm auf Roberts Schulter gelegt haben und ihn mit den Worten lächelnd gesagt haben: "Ist o.k., John, so etwas kann vorkommen."

Dem symbolischen Akt war ein arbeitsreicher Tag vorausgegangen wie bei keinem Präsidenten in der Geschichte. Kaum war Obama im Amt, schon drückte er im Eilverfahren seinem Amt seinen Stempel auf und machte einige der wichtigsten politischen Entscheidungen seines Vorgängers George W. Bush wieder rückgängig.

Die ersten zehn Minuten verbrachte Obama ganz allein im Oval Office

Die ersten zehn Minuten zog sich Obama mutterseelenallein in sein neues Büro zurück, ehe Stabschef Rahm Emanuel das Oval Office betrat, um mit dem neuen Führer der freien Welt die Agenda des ersten Amtstages zu besprechen. Dann aber ging es Schlag auf Schlag.

Obama telefonierte mit Staats- und Regierungschefs aus Israel und der arabischen Welt. Ihnen wollte er versichern, dass unter der neuen Regierung die USA im Nahostkonflikt wieder eine aktive Vermittlerrolle übernehmen werden.

Insbesondere werde man im Gegensatz zu seinem Vorgänger Bush einen Dialog führen und die Funktion eines "neutralen Maklers" übernehmen. Federführend, so versicherte Obama seinen Gesprächspartnern, werde dabei Hillary Clinton sein, die kurz zuvor vom Senat als neue Außenministerin der USA bestätigt worden war.

Später diskutierte Barack Obama mit den höchsten Generälen im Land über Pläne für einen Truppenabzug aus dem Irak. Doch bei der Außenpolitik ließ es der neue Präsident keineswegs bewenden.

Der neue Präsident machte deutlich, dass seine Regierung jenen Interessenkonflikten zwischen dem öffentlichen Dienst und Industrielobbyisten, die auf dem Kapitolshügel mit Geld um sich schmeißen und versuchen, die Gesetzgebung zu beeinflussen, ein Ende setzen wird. Wer unter ihm arbeite, der müsse sich verpflichten, nach dem Ausscheiden aus dem Amt mindestens ein Jahr lang auf eine Tätigkeit als Lobbyist zu verzichten.

Auch werden Mitglieder der neuen Regierung vor dem Hintergrund einer schweren Wirtschaftskrise mit gutem Beispiel vorangehen und den Gürtel enger schnallen. So ordnete der neue Präsident an, dass für Beamte, die mehr als 100 000 Dollar verdienen, ab sofort die Gehälter gekappt werden.

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