Viele Menschen in NRW müssen am Dienstag ihren Alltag umorganisieren. Wegen der Warnstreiks fahren vielerorts keine Busse oder Bahnen, auch mehrere Kitas blieben dicht. Am Mittwoch geht es schon in die nächste Runde. Vor allem Flugpassagiere könnten Probleme bekommen.

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Die U-Bahn-Stationen am Düsseldorfer Hauptbahnhof sind wegen des Streiks abgesperrt.

Die U-Bahn-Stationen am Düsseldorfer Hauptbahnhof sind wegen des Streiks abgesperrt.

Edelhoff

Die U-Bahn-Stationen am Düsseldorfer Hauptbahnhof sind wegen des Streiks abgesperrt.

Düsseldorf/Köln (dpa) - Die Warnstreiks der Beschäftigten im öffentlichen Dienst haben vielen Pendlern, Reisenden und Eltern in Nordrhein-Westfalen Improvisationstalent abverlangt. In Düsseldorf, Bochum, Duisburg, Münster und anderen Städten blieben nach Gewerkschaftsangaben Busse und Bahnen im Depot. Auch kommunale Kitas - etwa in Gelsenkirchen - blieben geschlossen. Von den Warnstreiks betroffen waren laut Gewerkschaft Verdi aber auch viele andere Bereiche des öffentlichen Dienstes, etwa Müllabfuhren, Sparkassen, Stadtverwaltungen, Jobcenter und kommunale Krankenhäuser. Insgesamt haben Verdi zufolge rund 28 000 Beschäftigte in NRW ihre Arbeit niedergelegt.

Für unzählige Arbeitnehmer hieß es deshalb am Dienstagmorgen „Umsteigen“ - auf den Wagen, die Deutsche Bahn oder das Fahrrad. Spürbar mehr Berufstätige wechselten auf das Auto. Ein Verkehrschaos gab es am Morgen auf den Straßen aber nicht, wie die Polizeibehörden in Düsseldorf, Bochum und Münster berichteten. In Düsseldorf beispielsweise waren viele Anhalter an den Straßen zu sehen.

Die Gewerkschaft hatte in rund 50 NRW-Städten dazu aufgerufen, die Arbeit den ganzen Tag niederzulegen. Am Mittwoch sollen weitere Warnstreiks in mehr als 50 Städten folgen, unter anderem in Köln, Bonn, Leverkusen und Aachen.

Betroffen sind auch die Flughäfen Köln/Bonn und Dortmund. Die Lufthansa kündigte massive Ausfälle für den Tag an. Der Flughafen Köln/Bonn rechnete mit „erheblichen Beeinträchtigungen“, von 276 geplanten Flügen werden Verdi zufolge 91 Flüge gestrichen. Passagiere sollten sich erkundigen, ob ihr Flug wie geplant starten könne. Von Dienstagnachmittag an sollte eine zusätzliche Telefon-Hotline geschaltet werden. Besonders einschneidend sind dabei die Arbeitsniederlegungen bei den Flughafenfeuerwehren, die auch in Köln/Bonn angekündigt sind. Ohne Feuerwehr ist ein Flugbetrieb aus Sicherheitsgründen nicht möglich. In Düsseldorf sollen 28 Lufthansa-Flüge von und nach Frankfurt und München gestrichen werden. Auch Air Berlin wies darauf hin, dass es durch den Streik zu Verzögerungen und Flugausfällen kommen könne.

Am Mittwoch dürfte auch die Millionenstadt Köln die Warnstreiks zu spüren bekommen. Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) erklärten, dass ab 3.00 Uhr keine Stadtbahnfahrten mehr stattfinden könnten. Nur die von Subunternehmern geleisteten Busfahrten seien möglich. Verdi rief in der Domstadt aber auch Beschäftigte aus vielen anderen Zweigen zum Warnstreik auf - etwa in den Kliniken der Stadt und bei den KölnBädern. Auch in anderen Städten müssen Pendler wohl umplanen. Die Wuppertaler Stadtwerke etwa kündigten an, dass voraussichtlich weder Busse noch Schwebebahnen fahren könnten.

Am Dienstag unterstrich die Gewerkschaft nochmals ihre Forderungen in dem Tarifkonflikt. Verdi-Chef Frank Bsirske lehnte das Angebot der Arbeitgeber erneut deutlich ab. „Das ist eine Geringschätzung, die nicht zu akzeptieren ist“, sagte er am Dienstag in Düsseldorf bei einer Kundgebung vor rund 10 000 Gewerkschaftsmitgliedern. In Bielefeld demonstrierten nach Polizeiangaben rund 6000 Menschen. Sie kamen aus dem Münsterland, Ostwestfalen und Lippe. Am Mittwoch sind Kundgebungen in Dortmund und Köln geplant.

In dem Tarifkonflikt verlangen die Gewerkschaften sechs Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber haben drei Prozent mehr Lohn und Gehalt für zwei Jahre geboten, was die Gewerkschaften ablehnten. Verdi-Landesleiterin Gabriele Schmidt sprach von einer „Provokation“. Die Tarifverhandlungen gehen am Donnerstag (28. April) in Potsdam weiter.

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