Der CDU-Politiker raste durch Meschede: Innerorts hatte er Tempo 109 auf dem Tacho.

Düsseldorf. Der CDU-Politiker Oliver Wittke (Foto) hat immer aufs Tempo gedrückt: Mit 22 Jahren Ratsmitglied in Gelsenkirchen, Landtagsabgeordneter mit 28 Jahren, mit 33 Jahren jüngster Oberbürgermeister von Gelsenkirchen und erster direkt gewählter CDU-Mann auf dem Posten, schließlich mit 38 Jahren NRW-Minister. Nun hat ihn die Polizei ausgebremst. Wittke hat den Führerschein verloren. "Ja, ich bin mit 109 Stundenkilometern innerorts erwischt worden", sagte Wittke. Das Problem: Er ist Verkehrsminister.

Im November war Wittke im Sauerland unterwegs, rein privat, wie er betont. Deshalb chauffierte ihn auch nicht sein Fahrer mit dem Audi A 8, der ihm eigentlich zusteht. Wittke fährt privat einen Opel Zafira, griff nun auf einen Leihwagen zurück. Er hatte es eilig, in Meschede war er dann reif. Das Radargerät - "die haben mich von hinten geblitzt" - erfasste ihn, die Polizeibeamten holten ihn von der Straße. "Die haben mich zwar erkannt, aber so behandelt wie jeden anderen", sagte Wittke. Die Folge: Zwei Monate Führerscheinentzug, 175 Euro Bußgeld.

Den Führerschein kann Wittke nun in einer Woche wieder in Meschede abholen. Er zeigte sich reumütig: "Ich habe einen Fehler gemacht und dafür gebüßt."

Um dann aber gleich darauf wortreich zu erklären, dass es für ihn als Städter völlig überraschend war, sich noch in einer geschlossenen Ortschaft zu befinden: "Da stand nur noch ein Haus an der Straße."

Wittke hat immer Gas gegeben - auch als Jungminister mit seinem legendären Spruch "Ich kann auch mit den Doofen". Immerhin geht es ihm besser als dereinst Axel Horstmann: Der konnte in den 90er Jahren nicht Innenminister werden, weil er seinen Führerschein verloren hatte - allerdings wegen Trunkenheit. Ein gewisser Wolfgang Clement (Ex-SPD) hatte zu seiner Amtszeit diese Probleme nicht: Der NRW-Verkehrs- und Wirtschaftsminister (1995-1998) hatte gar keinen Führerschein.

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