Vier Monate vor der Landtagswahl gibt es noch keinen Termin.

Düsseldorf. Es sind noch etwas mehr als vier Monate, bevor am 9. Mai in Nordrhein-Westfalen die wichtigste politische Schlacht des Jahres geschlagen wird: Die Landtagswahl gilt als erster und schon vorentscheidender Gradmesser für die neue schwarz-gelbe Bundesregierung, stellt sich doch in Düsseldorf eine gleichfarbige Koalition zur Wahl, die sich selbst als Blaupause für Berlin versteht.

Schon rüsten die Parteizentralen in der Hauptstadt für den Wahlkampf, die Drähte zwischen Düsseldorf und Berlin glühen. Doch ob es zum medialen Showdown zwischen Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) und seiner SPD-Herausforderin Hannelore Kraft kommen wird, ist noch offen.

"Wir geben dazu keine Stellungnahme ab", sagte am Mittwoch äußerst reserviert Regierungssprecher Hans-Dieter Wichter unserer Zeitung. Hannelore Kraft hatte vor einer Woche von Rüttgers ein TV-Duell gefordert: "Ich bin dazu jederzeit bereit und bin gespannt, ob Rüttgers sich traut. Aber vielleicht hat er ja Angst davor, sich dem Wähler in der direkten Auseinandersetzung mit mir zu stellen", sagte Kraft.

Rüttgers konnte sich im Jahr 2005 zwei Mal mit Steinbrück messen

Dabei ist Rüttgers ein Duell-Profi. Vor der vergangenen Landtagswahl im Jahr 2005 hatte er als damaliger Oppositionsführer Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) aufgefordert, sich einer Fernsehdiskussion zu stellen. Es gab dann sogar zwei Duelle - eines im öffentlich-rechtlichen, eines im privaten Fernsehen. Die Wertung: Einmal gelang Rüttgers ein Unentschieden, das andere Mal hatte Steinbrück die Nase vorn. Doch Rüttgers gewann die Wahl.

Gerade wegen dieser Erfahrungen zeigt sich die SPD verwundert, dass Rüttgers nun zaudert, sich mit Kraft den Fragen von Moderatoren zu stellen. In der Staatskanzlei scheuen die Strategen wiederum davor zurück, mit einem gemeinsamen Auftritt Kraft aufzuwerten.

Und da sind noch die Grünen: "Wir wollen auch dabei sein", reklamierte nun ihre Landesvorsitzende Daniela Schneckenburger. Dann aber würde aus einem Duell eine Diskussionsrunde, weil FDP und Linke dann ebenfalls am Tisch sitzen wollen.

Die Duelle von Spitzenkandidaten haben sich seit 2002 (Auseinandersetzung Gerhard Schröder gegen Edmund Stoiber) in Deutschland etabliert und wurden von den Medien oft genug als Höhepunkte der Wahlkämpfe hochgejubelt. Dabei haben sie eigentlich höchst selten das gehalten, was zuvor versprochen wurde.

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