Die Sendung des Entertainers von Pro Sieben schlägt den Polit-Talk von Frank Plasberg in der ARD.

Düsseldorf. Oft bestätigen Umfragen das, was man sowieso schon vermutet hatte. Doch gibt es ab und zu Ergebnisse, die einen dann doch staunen lassen: Eine Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) kommt zu dem Ergebnis, dass die Zuschauer der Sendung "TV Total" auf Pro Sieben gebildeter sind als diejenigen der fast zeitgleich laufenden Talk-Show "Hart aber Fair" in der ARD.

Laut GfK haben 56 Prozent der Raab-Zuschauer einen Abschluss an weiterführenden Schulen, Abitur oder Universitätsexamen. Dagegen steht Frank Plasbergs Sendung zurück: Nur 48 Prozent der Zuschauer verfügen hier über eine solche höhere Qualifikation.

Doch wie kommt es, dass Menschen die als Blödel-Show verschrieene Sendung von Stefan Raab der ernsten und auf Bildung setzenden Talk-Runde von Plasberg vorziehen? Dazu sagt der Medien-Experte Joe Groebel "Welt Online": "Der Bildungshintergrund sagt nichts über den Geschmack oder die Vorlieben aus.

In den vergangenen 15 Jahren hat sich das Fernsehen von sozialen Zwängen entkoppelt." Da wundert es auch nicht, dass die Reality-Show "Big Brother" bei der Befragung nur knapp hinter dem Polit-Talk landete: 47 Prozent der Zuschauer verfügten über einen höheren Abschluss.

Bedenklich findet der Experte im Hinblick auf die Rundfunkgebühren die Altersstruktur. Am Mittwochabend gehörten von den Plasberg-Zuschauern 85 Prozent zur Altersgruppe der über 50-Jährigen. Bei Raab hingegen guckten nur 16 Prozent dieser Altersgruppe zu. "In den vergangenen Jahren sahen nur fünf Prozent der unter 29-Jährigen die ARD oder das ZDF", sagt Groebel.

"Das kann nicht der Auftrag sein, eine so wichtige Gruppe nicht zu bedienen." Wenn die beiden Sender diese Gruppe nicht mehr erreichten, müsse man dies mit Blick auf die hohen Rundfunkgebühren diskutieren.

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