Der November ist der Staumonat, nie stehen so viele Autos auf den Autobahnen. Viele Baustellen erschweren die Lage.

ADAC stellt Stauprognose vor
Mehr als 300 Kilometer Stau meldet am Montagmorgen der WDR schon um 7.30 Uhr - und alle unter zehn Kilometern sind im Radioprogramm nicht mal mehr eine Erwähnung wert

Mehr als 300 Kilometer Stau meldet am Montagmorgen der WDR schon um 7.30 Uhr - und alle unter zehn Kilometern sind im Radioprogramm nicht mal mehr eine Erwähnung wert

Frank Leonhardt

Mehr als 300 Kilometer Stau meldet am Montagmorgen der WDR schon um 7.30 Uhr - und alle unter zehn Kilometern sind im Radioprogramm nicht mal mehr eine Erwähnung wert

Düsseldorf. Zahlreiche Staus haben den Montagmorgen für Autofahrer wieder zur Geduldsprobe werden lassen: Besonders lange stockte der Verkehr etwa auf der A1 zwischen Leverkusen und Burscheid, auf der A52 bei Düsseldorf oder auf der A3 bei Köln mit gleich vier Unfällen.

Dass der November der Staumonat schlechthin ist, dürften Autofahrer auf den Autobahnen Nordrhein-Westfalens bereits gespürt haben. Die Zahlen belegen das auch – in der vergangenen Woche gab es in NRW an Spitzentagen bis zu 400 Kilometer Stau im Land. Hinzu kommen viele Baustellen, auch erst kürzlich eingerichtete.

„Wir erleben es immer wieder, dass Baustellen nach Finanzierungslagen geplant werden, nicht nach sinnvollen zeitlichen Kriterien“, sagt Verkehrsexperte Michael Schreckenberg von der Universität Duisburg-Essen. „Die Baustelle wird eingerichtet und liegt dann brach.“ Kritik am Baustellenmanagement gibt es auch häufig von der Kommunalpolitik oder den Handwerksvertretern. Besonders über den Winter kann es immer wieder zu Verzögerungen kommen, denn bei Frost können bestimmte Arbeiten nicht erledigt werden.

Schreckenberg ist davon überzeugt, dass die Einrichtung einer neutralen Kontrollstelle, die die Vereinbarungen zwischen Auftraggeber Straßen NRW und den ausführenden Firmen überprüft, sinnvoll wäre. „In den Niederlanden gibt es das bereits“, erklärt Schreckenberg.

Jan Lohoff vom Landesbetrieb Straßen NRW kennt die Kritik, weist sie aber zurück. „Wir haben in NRW sehr selten so niedrige Temperaturen, dass wir Arbeiten nicht durchführen können.“ Bei einem Ein-Jahres-Projekt seien es etwa sieben Arbeitstage, die von warmem und trockenem Wetter abhängig sind.

Baustelle auf A46 kurz vor Wintereinbruch eingerichtet

Grund für den vielen Stau im November sei zum einen das hohe Verkehrsaufkommen, weil derzeit sehr wenige Menschen im Urlaub weilten, sagt Jan Lohoff. Zudem gebe es viele, die jetzt bei sinkenden Temperaturen von der Bahn aufs Auto umsteigen.

Die widrigen Witterungsverhältnisse im November hätten überdies Auswirkungen auf den Fahrstil der Menschen – was wiederum Stau verursacht. Das bestätigt auch Michael Schreckenberg: „Die Scheiben sind beschlagen, die Sonne steht tief und spiegelt sich auf der nassen Straße. Alles wird dann langsamer gemacht.“

Derzeit gibt es 120 dauerhafte Baustellen in NRW, die ebenfalls große Stauproduzenten sind. Die Zahl der Baustellen ist über die vergangenen Jahre gestiegen. 2016 waren es 347 Baustellen, die länger als zwei Tage dauerten, so die Kategorisierung von Straßen NRW. 2012 waren es 258 Baustellen.

Trotz des bevorstehenden Winters ist Ende Oktober beispielsweise noch eine neue Baustelle auf der A 46 beim Kreuz Düsseldorf Süd eingerichtet worden, welche die Fahrbahn auf eine Spur verengt – morgens staut es sich hier in Richtung Düsseldorf auf über 20 Kilometern. Bis Ostern sollen die Arbeiten laut Plan dauern – wenn das Wetter mitspielt.

 

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