Polizisten sichern in Köln die Umgebung des Doms. Foto: Henning Kaiser
Polizisten sichern in Köln die Umgebung des Doms. Foto: Henning Kaiser

Polizisten sichern in Köln die Umgebung des Doms. Foto: Henning Kaiser

Simone Peter ließ ihrer anfänglichen Kritik an der Polizei ein Lob folgen. Foto: Harald Tittel

Köln feierte das neue Jahr in einer Sicherheitszone. Foto: Oliver Berg

Der Begriff "Nafri" für Nordafrikaner in dem umstrittenen Tweet der Polizei Köln vom Silvesterabend. Foto: Martin Gerten

Polizisten im Einsatz vor dem Hauptbahnhof in Köln. Foto: Henning Kaiser

dpa, Bild 1 von 5

Polizisten sichern in Köln die Umgebung des Doms. Foto: Henning Kaiser

Köln/Berlin (dpa) - Nach der jüngsten Silvesternacht versucht die Kölner Polizei herauszufinden, wie und warum erneut mehr als 1000 junge Nordafrikaner zum Hauptbahnhof der Domstadt kamen. «Dem werden wir nachgehen», sagte eine Polizeisprecherin.

Polizeipräsident Jürgen Mathies hatte zuvor gesagt, es bereite ihm Sorge, dass man darauf noch keine Antwort habe.

«Für mich ist das eine Machtprobe gewesen», sagte der CDU-Innenpolitiker Armin Schuster im ZDF-«Morgenmagazin». Der Staat müsse wehrhaft bleiben. «Und wenn eine Gruppe von Nordafrikanern, 1000 oder 2000, versucht, herauszufinden, ob wir das sind, dann wurde genau mit der richtigen robusten Sprache geantwortet: Wir Deutsche feiern Silvester so, wie wir's wollen.» Ein Sprecher der Kölner Polizei sagte zu Schusters These, man könne dies nicht ausschließen, die Untersuchungen dazu seien aber noch nicht abgeschlossen.

Der Kölner Sozialwissenschaftler Mimoun Berrissoun vermutet «gelenkte Gruppen» hinter den Ereignissen der Silvesternacht. Bei den von der Polizei beobachteten nordafrikanischen Intensivtätern müsse man zwei Gruppen unterscheiden: «Zum einen die Leute, die die Szene lenken - das sind Berufskriminelle, bei denen einige auch deutsch sprechen. Dann gibt es Mitläufer, die zunächst als geduldete Asylbewerber keine Perspektive haben und von den Lenkern rekrutiert werden.» Diesen Mitläufern müsse man unbedingt eine Option auf Integration eröffnen, da die kriminellen Netzwerke sonst immer weiter wachsen würden.

Berrissoun leitet die Kölner Organisation «180-Grad-Wende», die jungen Menschen solche Wege aufzeigen will.

Vor Silvester war spekuliert worden, die Tätergruppe des Vorjahres werde angesichts der großen Polizeipräsenz wohl wegbleiben. Doch nach Polizei-Angaben kamen erneut etwa 1000 junge Männer zum Hauptbahnhof. Etwa 650 von ihnen wurden überprüft, bei ihnen handelte es sich fast ausschließlich um Nordafrikaner. Vor Mitternacht herrschte nach den Worten von Polizeipräsident Mathies auch diesmal eine bedrohliche Atmosphäre am Hauptbahnhof. Augenzeugen berichtete, viele der Nordafrikaner seien sehr aggressiv aufgetreten. Viele fuhren danach wieder weg. Nur wenige Diebstähle und Sexualdelikte wurden angezeigt.

Vor einem Jahr war es in der Kölner Silvesternacht zu zahlreichen sexuellen Übergriffen auf Frauen und zu massenhaften Diebstählen gekommen. Die Polizei wollte dieses Mal unbedingt verhindern, dass sich die Vorfälle wiederholen.

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