Der Ex-Minister wird auch nach seinem Rücktritt heftig attackiert und muss um seine Parteiämter fürchten.

Düsseldorf. Heute Minister und Kronprinz, morgen Hinterbänkler? Die Fallhöhe der Politik testet gerade Oliver Wittke (Foto) aus. Vor drei Wochen war die Welt des NRW-Verkehrsministers noch in Ordnung, vor zwei Wochen räumte er eine Raserei im Sauerland samt Führerscheinentzug ein, vorige Woche trat er zurück, nun muss er auch um seine Parteiämter als stellvertretender CDU-Landeschef und Vorsitzender des mächtigen CDU-Ruhrbezirks zittern.

Seine Partei sendet klare Signale: Der 42-Jährige hat seine Zukunft hinter sich. Die Ansage dafür kommt von ganz oben - aus dem Umfeld von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers.

In der NRW-CDU, zuletzt ein Hort der Ruhe, brodelt es. Wittke wird auch nach seinem Rücktritt massiv attackiert. So wurde am Montag der Junge-Union-Mann Philipp Mißfelder, ein enger Rüttgers-Vertrauter, als neuer Landespartei-Vize gehandelt.

In einer Partei, in der jede Personalie Chefsache ist, ein deutliches Signal: Wittke ist bei Rüttgers unten durch. Weiteres Indiz: Auf einem Treffen einigten sich CDU-Spitzenleute darauf, den Wirtschaftsexperten Laurenz Meyer für die Bundestagswahl auf den aussichtsreichen Listenplatz 11 zu platzieren. Wittke hatte zuvor im Bezirk Ruhr durchgesetzt, Meyer mit dem Listenplatz 13 aufs Altenteil zu schicken, und wurde nun brüskiert.

Ins Bild passt zudem, dass plötzlich ein bislang unter Verschluss gehaltener Teil einer Meinungsumfrage von Emnid auftauchte. Die Auftragsarbeit für die NRW-CDU belegt, dass die SPD im Ruhrgebiet - also in Wittkes Hinterhof - vor der CDU liegt. Auch werden immer neue Verkehrssünden Wittkes lanciert - so eine Alkoholfahrt vor mehr als 20 Jahren. Einige jüngere CDU-Landtagsabgeordnete sehen die Entwicklung fassungslos und vermuten Mobbing: "Demnächst geht es noch um Unfälle mit dem Bobby-Car."

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