Keine Akzeptanz von Verbundschulen.

Düsseldorf. Der Realschullehrerverband NRW macht Front gegen die Verbundschulen im Land, bei denen Haupt- und Realschulen unter einem Dach arbeiten. "Die Verbundschulen sind keine zukunftsweisende Lösung", betonte die Verbandsvorsitzende Brigitte Balbach gestern in Düsseldorf.

Den Großteil der Bevölkerung sieht Balbach dabei auf Seite der Realschulen. So hatte der Landesverband beim Meinungsforschungsinstitut dimap eine repräsentative Studie in Auftrag gegeben, in der sich 52 Prozent der Befragten gegen Verbundschulen aussprachen.

"Die Menschen wollen am dreigliedrigen Schulsystem festhalten", sagte Balbach. Bislang gibt es in NRW vorwiegend im ländlichen Raum rund 20 Verbundschulen. "An diesen Schulen wird jedoch nicht nur kooperativ, sondern integrativ gearbeitet", kritisierte die Vorsitzende. Wenn Hauptschulen aus demographischen Gründen nicht allein bestehen könnten, sei "eine Verbundschule nur unter dem Dach der Realschulen" akzeptabel.

Die Umfrage schlägt eine Lanze für die Realschulen. Danach bescheinigten 56 Prozent der Befragten den rund 550 Realschulen im Land eine gute bis sehr gute Arbeit. Zudem halten 31 Prozent diese Schulform für diejenige, die am besten auf eine praktische berufliche Tätigkeit vorbereitet.

Heftige Kritik kam von der SPD. Nach Ansicht der schulpolitischen Sprecherin Ute Schäfer "blendet der Realschullehrerverband die schulpolitische Realität aus". Udo Beckmann, Landeschef des Verbandes Bildung und Erziehung, betonte: "Die Realschule von heute ist die Hauptschule von gestern."

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