Expertenrunde legt einen Elf-Punkte-Plan für den nächsten Winter vor. Die Bahn kommt glimpflich davon.

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Ein Räumfahrzeug auf der A3 - künftig mit Blaulicht?

Ein Räumfahrzeug auf der A3 - künftig mit Blaulicht?

dpa/Reuters

Ein Räumfahrzeug auf der A3 - künftig mit Blaulicht?

Düsseldorf. Streu- und Räumfahrzeuge des Winterdienstes sollen künftig wie Krankenwagen mit Blaulicht und Martinshorn ausgestattet werden. Das forderten am Dienstag die Teilnehmer einer Konferenz, zu der die NRW-Landesregierung eingeladen hatte. Vertreter von Bahn, Flughäfen und Straßenbehörden beschlossen ein Elf-Punkte-Papier, um ein Chaos wie in den vergangenen Winterwochen zu vermeiden.

Laut Straßenverkehrsordnung dürfen die Bezirksregierungen entsprechende Genehmigungen ausstellen. Mit Blaulicht und Martinshorn dürfen sich die Räumfahrzeuge bei Staus auch als „Geisterfahrer“ betätigen, um die Straße befahrbar zu machen.

Eine nationale Streusalzreserve gegen Engpässe im Winter

Die Konferenz sprach sich zudem für eine nationale Streusalzreserve aus und folgte damit dem Vorschlag von NRW-Verkehrsminister Harry Voigtsberger (SPD). Dezentral sollen Lager eingerichtet werden, um Lieferengpässe zu vermeiden. Dabei sollen auf NRW-Gebiet die größten Lagerstätten eingerichtet werden, sagten am Dienstag Mitarbeiter des Landesverkehrsministeriums.

Eher moderat sind die Anforderungen an die Bahn AG, obwohl es dort seit Monaten massive Beschwerden der Passagiere über Verspätungen und Zugausfälle gibt. Bei Waggons und Weichen müsse der Konzern nachbessern, waren sich die Konferenzteilnehmer – darunter auch Vertreter der Bahn – einig, ohne das aber zu konkretisieren.

Die Bahn soll mehr Personal für die Information einsetzen

Mit der Forderung, die 500 Millionen Euro Unternehmensgewinn zu reinvestieren, folgte die Konferenz einer Forderung der Landesverkehrsminister. Bei künftigen Winterfahrplänen müsse das Motto gelten: „Zuverlässig geht vor schnell.“ Die Bahn müsse mehr Personal für die Information der Fahrgäste einsetzen, lautete die einhellige Forderung der Konferenzteilnehmer.

„Es ist inakzeptabel, dass vielfach so getan wird, als sei der Winter überraschend über uns gekommen oder ein schicksalhaftes Ereignis, an dem man nichts ändern könnte“, sagte Voigtsberger.

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