Kandidat räumt selbstkritisch Fehler ein.

parteitag II
Er freute sich über 97,7 Prozent: Peer Steinbrück.

Er freute sich über 97,7 Prozent: Peer Steinbrück.

dpa

Er freute sich über 97,7 Prozent: Peer Steinbrück.

Bielefeld. Der stärkste sozialdemokratische Landesverband Nordrhein-Westfalen hat SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück demonstrativ den Rücken gestärkt.

Die Delegierten wählten Steinbrück am Samstag in Bielefeld zur Nummer 1 der Landesliste für die Bundestagswahl im September. Steinbrück, der von 2002 bis 2005 NRW-Ministerpräsident war, erhielt 97,7 Prozent der 396 abgegebenen Stimmen.

„Stärkere Schulter müssen stärkere Lasten tragen“

In seiner rund 40-minütigen Rede warf Steinbrück der Union Etikettenschwindel bei vielen Wahlversprechen vor. Die sogenannte Lohnuntergrenze, die Lebensleistungsrente, seien schöne Begriffe, aber vor allem heiße Luft.

Steinbrück verteidigte die von der SPD angekündigten Steuererhöhungen. „Wir werden nicht alle Steuern für alle erhöhen, aber einige Steuern für einige“, versicherte er. Stärkere Schultern müssten stärkere Lasten tragen. Mehr Einnahmen des Bundes, der Länder und der Kommunen seien notwendig, um die Schuldenbremse einzuhalten, mehr Bildung zu finanzieren und die Kommunen besser auszustatten.

Selbstkritisch räumte Steinbrück ein, bei der ein oder anderen Gelegenheit nicht den richtigen Ton getroffen zu haben. Er wolle Kanzler werden, aber kein anderer Mensch. „Die Frage ist, ob die Wähler einen haben wollen, der rundgefeilt ist wie ein Kieselstein, oder einen, der deutlich formuliert, sich gelegentlich in den Bildern auch vergreift, manchmal auch zu viele Western gesehen hat.“

Die SPD-Landesvorsitzende und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft versprach Steinbrück volle Unterstützung. Die SPD habe die besseren Positionen. „Wir wollen, dass der Mensch im Mittelpunkt steht, nicht der Markt.“ An Nummer 2 der Landesliste steht die SPD-Bundesschatzmeisterin Barbara Hendricks. dpa

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