Den im Irak verfolgten Christen soll ein besonders schnelles Eingliederungsverfahren gewährt werden.

Düsseldorf. Nordrhein-Westfalen wird 540 irakische Flüchtlinge aufnehmen. Das kündigte am Donnerstag Integrationsminister Armin Laschet (CDU) an. Die Menschen stammten aus den überfüllten Lagern in Jordanien und Syrien. "Wir wollen uns darum bemühen, dass es vorwiegend irakische Christen sind", sagte Laschet. Er und der Vizechef der Unionsfraktion im Bundestag, Wolfgang Bosbach (CDU), sind gerade von einer Reise durch Jordanien und Syrien zurückgekehrt.

Die rund eine Million Christen im Irak zählten zu einer besonders verfolgten Minderheit im Irak, sagte Bosbach, etwa ein Drittel von ihnen sei schon geflohen. Das Land NRW wolle sich bei der Eingliederung um ein besonders rasches Verfahren bemühen, kündigte Laschet an. In NRW gebe es einige recht starke Gemeinden chaldäischer Christen, zum Beispiel in Essen und Neuss, die sich der Flüchtlinge annehmen könnten.

Insgesamt leben mehr als drei Millionen geflohene Iraker in den Lagern der Nachbarländer. Trotz der jüngsten Stabilisierung des Landes sei mittelfristig an eine Rückkehr nicht zu denken, sagte Laschet. Davon rate auch das UN-Flüchtlingswerk ab. Die EU öffnet sich für 10000 Flüchtlinge, nach Deutschland kommen insgesamt 2500.

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