Lehrerverbände fordern den Ausbau der Ganztagsschulen.

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Schüler lösen Aufgaben bei der Abiturprüfung.

Schüler lösen Aufgaben bei der Abiturprüfung.

dpa

Schüler lösen Aufgaben bei der Abiturprüfung.

Düsseldorf. Die nordrhein-westfälische Landesregierung will nicht zurück zum neunjährigen Gymnasium (G9). Im Gegensatz zu etlichen anderen Bundesländern gebe es in NRW „eine vielfältige Schullandschaft, in der viele verschiedene Wege zum Abitur führen“, sagte NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne).

Dies sei durch ein großes Netz an Gesamtschulen, Sekundarschulen und Berufskollegs möglich. „Wir können nicht alle paar Jahre das ganze System auf den Kopf stellen. Es geht jetzt darum, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen und die Belastungen zu verringern.“

Viele Länder erwägen den Schritt zurück

NRW hatte das Abitur nach zwölf Schuljahren – nach mehreren anderen Bundesländern – 2005 beschlossen. Viele Länder erwägen nun den Schritt zurück. Die rot-grüne Landesregierung in Niedersachsen hat bereits „einen Systemwechsel“ in Aussicht gestellt. Löhrmann hält die Rolle rückwärts nicht für sinnvoll. „Die Schulen wollten nicht erneut alles umstellen, sondern kontinuierlich an konkreten Verbesserungen im Alltag arbeiten“, betonte sie. „Zu einer guten Schulpolitik gehört auch Verlässlichkeit.“

Die Lernzeit soll in den Unterricht integriert werden

Die Entrümpelung der Lehrpläne komme voran. Daneben gebe es weitere Möglichkeiten, Schüler vom Druck des verdichteten G8-Bildungsgangs zu entlasten. „Ein wesentliches Handlungsfeld ist die Weiterentwicklung von Hausaufgaben zu Schulaufgaben, also die Integration von Lernzeiten in den Unterricht, damit mehr Zeit zur freien Verfügung bleibt“, erläuterte sie. „Mein Eindruck ist, dass das auch zunehmend gelingt.“ Daneben unterstütze das Land jede Umwandlung in Ganztagsgymnasien.

Verbesserungspotenzial sieht auch Peter Silbernagel, Landesvorsitzender des Philologenverbandes. „Das Stunden-Maß ist in der Mittelstufe grenzwertig.“ Es müsse überprüft werden, ob die Lehrpläne wirklich schlanker geworden seien. Auch der Ausbau der Ganztagsangebote könne Entlastung bringen.

Der Trend zum Abitur ist ungebrochen. Im Jahr 2013 haben laut Statistischem Bundesamt rund 370 600 Schüler in Deutschland die allgemeine oder die fachgebundene Hochschulreife erworben. Das waren nach vorläufigen Ergebnissen 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr, teilte die Behörde Donnerstag in Wiesbaden mit.

Derzeit hätten nur 150 von landesweit 630 Gymnasien an mindestens drei Wochentagen verpflichtende Nachmittagsangebote. „Da ist noch Luft.“

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