Talentsichtung in den zweiten und vierten Klassen.

Düsseldorf. Die Talente sind rar, die Erfolge immer seltener: Um den sportlichen Nachwuchs auch in NRW ist es nicht gut bestellt. Zwar stellt das bevölkerungsreichste Bundesland immer noch ein Drittel aller deutschen Medaillengewinner bei den Olympischen Sommerspielen, doch hat sich deren Gesamtzahl seit 1992 (Barcelona) von 82 auf zuletzt 41 (Peking 2008) halbiert.

Die Begabten sollen Vereinen und Trainern vermittelt werden

Die CDU im nordrhein-westfälischen Landtag startet nun eine Offensive für den Leistungssport. Zentraler Bestandteil dabei ist ein Sporttest in den Grundschulen. "Dabei sollen die motorischen Fähigkeiten der Kinder festgestellt werden. Zeigen sie Talent, entweder im Schnellkraft- oder auch im Ausdauerbereich, sollten sie im Idealfall an entsprechende Vereine oder Trainer vermittelt werden", sagte Holger Müller, sportpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion.

Die Städte Düsseldorf, Iserlohn und Paderborn haben diese Tests bereits vor Jahren eingeführt, laut Müller sind die Erfahrungen positiv. Nach den Vorstellungen der Christdemokraten sollte es zwei Tests geben - einmal in der zweiten und dann in der vierten Klasse. Müller beruft sich dabei auf die aktuellen sportmedizinischen Erkenntnisse.

Ähnliche Systeme gab es in der DDR. "Die Leistungserkennung in der DDR war durchaus zielführend. Die damit verbundene Ideologie lehnen wir aber natürlich ab", sagte Müller. Die Tests sollen die Kommunen einführen, finanzielle Unterstützung seitens des Landes schloss Müller nicht aus.

Schlechter sieht es beim regulären Schulsport aus: Bis zu 40 000 Schulsportstunden in der Woche fallen aus, an vielen Schulen fehlen Fachlehrer. Die AOK hat gerade ein Programm gegen Übergewicht bei Schulkindern im Rheinland aufgelegt.

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