Münster (dpa) - Nach dem Ausbruch zweier Häftlinge aus der JVA Münster will das Justizministerium bis zum Spätsommer entscheiden, ob das Gefängnis an anderer Stelle neu gebaut wird. Das Gebäude ist mehr als 150 Jahre alt. «Wir stehen in Gesprächen mit der Stadt», sagte ein Sprecher des NRW-Ministeriums in Düsseldorf am Donnerstag.

Am Dienstagmorgen waren zwei Häftlinge aus dem Gefängnis mitten in Münster geflüchtet. Die Männer waren durch das vergitterte Oberlicht einer Toilette im Werkstatt-Bereich entkommen und über eine Regenrinne ins Freie geklettert. Die Polizei fahndete am Donnerstag noch erfolglos nach den Flüchtenden, die wegen Einbruchs beziehungsweise Bandenkriminalität in der JVA einsaßen.

Ein möglicher Neubau des Gefängnisses sei schon länger im Gespräch gewesen, sagte der Ministeriumssprecher. «In der Küche gibt es erhebliche Mängel. Zudem sind viele Hafträume zu klein.» Dies könne zu Schadensersatzforderungen von Häftlingen führen.

Das Oberlandesgericht Hamm (Az. 11 U 88/08) etwa hatte im vergangenen Jahre einem Ex-Häftling aus der JVA Detmold 2300 Euro Schadenersatz zugesprochen, weil er sich mit drei Mitgefangenen eine rund 18 Quadratmeter große Gemeinschaftszelle teilen musste.

Das Alter des 1853 erbauten Gefängnisses habe bei dem Ausbruch der Häftlinge aber keine Rolle gespielt, sagte der Sprecher. «Sie entkamen aus dem Arbeitsbereich, der in den 1960er Jahren renoviert wurde.»

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer