Fünftklässler des Otto-Hahn-Gymnasiums sollen digitales Lernen testen.

In Monheim sollen Fünftklässler digitales Lernen testen.
In Monheim sollen Fünftklässler digitales Lernen testen.

In Monheim sollen Fünftklässler digitales Lernen testen.

dpa

In Monheim sollen Fünftklässler digitales Lernen testen.

Düsseldorf. Ralf Klein hat eine klare Vorstellung davon, wie Tablet-Computer den Unterricht an seiner Schule verändern können. Mit der integrierten Fotokamera könnten in Zukunft etwa Ergebnisse einer Projektarbeit fotografiert oder gefilmt und in multimediale Präsentationen integriert werden.

Diese werden dann an den Beamer im Klassenraum übertragen und den Mitschülern vorgeführt. „Man übergibt nicht einfach ein Papier mit schriftlichen Ausführungen, das das Gegenüber dann stumm liest. Die Dokumentation von Gelerntem und die Diskussion darüber verändern sich“, sagt der stellvertretende Schulleiter am Monheimer Otto-Hahn-Gymnasium.

Der Tablet-Unterricht kostet im ersten Jahr 80 500 Euro

Wenn der Stadtrat zustimmt, werden ab Sommer zwei fünfte Klassen mit iPads der Firma Apple ausgestattet. Auf diese werden verschiedene Programme (Apps) aufgespielt, die sich für den digitalen Unterricht eignen. Dazu gehören etwa 3D-Darstellungen des menschlichen Körpers für den Biologie-Unterricht, interaktive Weltkarten für Erdkunde oder ein Komponier-Programm für die Musikstunde.

Außerdem würden das WLAN-Netz der Schule sowie sämtliche Beamer hochgerüstet, damit sich die Geräte jederzeit in ein gemeinsames Netzwerk wählen können. Kostenpunkt im ersten Jahr: 80 500 Euro. Die Summe will die Stadt Monheim fast vollständig aus der Kreisumlage bestreiten.

Für Ralf Klein ist das Vorhaben keine digitale Revolution, sondern einfach konsequent: „Die Kinder haben diese Tablets ja schon permanent in der Hand. Man kann diese neue Technik nicht einfach außen vor lassen.“

Wie er verhindern will, dass die Kinder im Unterricht auf Video-Portale surfen oder sich durch Spiele ablenken lassen? „Wir werden nur gewisse Apps zulassen und können in unserem Schulnetzwerk bestimmte Seiten sperren. Wie die Kinder zu Hause ihre Geräte nutzen, bleibt ihnen überlassen.“

Für das Lehrpersonal bedeutet der interaktive Unterricht eine große Umstellung. „Wir haben es den Lehrern freigestellt, ob sie sich an dem Pilot-Projekt beteiligen wollen. Am Ende hatten wir mehr Interessenten als wir für die Anfangsphase brauchen“, sagt Klein. Wer am Tablet-Versuch teilnimmt, wird vor Start des neuen Schuljahres in Fortbildungen für den digitalen Unterricht fit gemacht – in freiwilligen Überstunden.

„Für so ein Pionier-Vorhaben braucht man immer auch etwas Idealismus und Einsatz“, sagt Klein. Bei Erfolg wird das Projekt auf zunächst fünf Jahre ausgeweitet.

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