Bad Neuenahr. Die Evangelische Kirche im Rheinland hat nach Ansicht des Düsseldorfer EKD-Ratsmitglieds Jacob Joussen zahlenmäßig ihren Charakter als „Volkskirche“ verloren. Zwischen 1987 und 2015 sei die Zahl der Gemeindemitglieder in der rheinischen Kirchen von 3,3 auf 2,6 Millionen gesunken, die Gesamtbevölkerung im Kirchengebiet aber gewachsen. Der Anteil der evangelischen Christen an der rheinischen Bevölkerung sei damit von 29 auf nur noch 22 Prozent geschrumpft.

Es sei eine entscheidende Frage, wie die Kirche darauf reagiere, sagte der Düsseldorfer Jura-Professor in einem Grußwort auf der Landessynode, die derzeit in Bad Neuenahr tagt. Es gelte nun, sich mit den inhaltlichen und finanziellen Konsequenzen auseinanderzusetzen. „Welche Wege müssen wir gehen, um die auf doppelt so viele Gemeindemitglieder ausgerichteten Strukturen, Gotteshäuser und Ressourcen auf den heutigen Bedarf anzupassen, ohne dass wir unsere inhaltliche Verankerung verlieren?“, fragte Joussen, der dem Rat der EKD seit gut zwei Monaten angehört.

Den Entwicklungen könnten sich alle kirchlichen Ebenen nur gemeinsam stellen, dessen sei sich der Rat der EKD bewusst. Die Kirche stehe deutschlandweit vor großen Herausforderungen. Auch der Vizepräses der westfälischen Landeskirche plädierte für eine stärkere Kooperation der Landeskirchen. Die Synode berät unter anderem über die Verschmelzung der Diakonischen Werke Rheinland und Westfalen. Die westfälische Kirche hat aktuell rund 2,3 Millionen Mitglieder. 

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