Der Bundesumweltminister hat sich jetzt auch offiziell für den Landesvorsitz beworben. Die Basis wird befragt.

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Zwischen Armin Laschet (rechts) und Norbert Röttgen wird es eine Kampfkandidatur geben.

Zwischen Armin Laschet (rechts) und Norbert Röttgen wird es eine Kampfkandidatur geben.

dpa

Zwischen Armin Laschet (rechts) und Norbert Röttgen wird es eine Kampfkandidatur geben.

Düsseldorf. Über viele Tage hat er sich bedeckt gehalten, lediglich enge Vertraute vorgeschickt, nun weiß jeder in der nordrhein-westfälischen CDU Bescheid: Norbert Röttgen möchte gerne der neue Landesvorsitzende werden.

In einem Brief an die Basis kündigt er selbst seine Kandidatur an, am Mittwoch will er sich erstmals der Presse in Düsseldorf stellen. Damit ist endgültig klar: Es wird eine Kampfkandidatur geben. Und die Basis wird entscheiden.

Armin Laschet hat bereits vor zwei Wochen seine Kandidatur verkündet

Röttgen tritt gegen den ehemaligen Landesminister und aktuellen Fraktionsvize im Landtag, Armin Laschet, an. Der Aachener hatte bereits vor rund zwei Wochen seine Kandidatur angekündigt.

Dabei trat er im Team an - sowohl der Fraktionschef im Landtag, Karl-Josef Laumann, als auch der Generalsekretär der Landespartei, Andreas Krautscheid, stützten seine Bewerbung. "Wir brauchen eine Düsseldorfer Lösung für das Land", lautete die Botschaft der Troika.

Das war klar gegen den Bundespolitiker Röttgen gerichtet. Ausdrücklich verwies Krautscheid auf die leidvollen Erfahrungen, die die Landespartei in den 1990er Jahren gemacht habe, als sie mit Bundesminister Norbert Blüm zwar eine bundesweit bekannte und beliebte Führungsfigur gehabt habe, aber landespolitisch immer im Hintertreffen war.

Dem stellt sich jetzt Röttgen entgegen. "Es gibt nur eine NRW-Lösung", schreibt Röttgen. Klar bekennt er sich zur Landespolitik: "Dass ich als Landesvorsitzender an der Stelle kandieren und arbeiten würde, an der die Partei mich haben will, ist für mich so selbstverständlich wie die Bereitschaft, die CDU in die Landtagswahl zu führen."

Röttgen schließt auch schnelle Neuwahlen in NRW nicht aus

Ausdrücklich schließt Röttgen in dem Schreiben nicht aus, dass es auch recht schnell zu Neuwahlen kommen könne, falls die amtierende rot-grüne Minderheitsregierung scheitere.

Nun wird es im September zu voraussichtlich acht Regionalkonferenzen bei der NRW-CDU geben - zwischen Aachen und Bielefeld werden sich die Konkurrenten vorstellen.

Laschet hat wohl sechs der acht Regionalchefs auf seiner Seite, Röttgen setzt auf seinen eigenen Bezirk Mittelrhein und aufs Ruhrgebiet. Der dortige Bezirksfürst Oliver Wittke gilt als Anwärter auf den Job als Generalsekretär, wenn Röttgen es schafft. Im Oktober wird es dann eine Mitgliederbefragung geben, bevor Anfang November ein Parteitag entscheidet.

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