Oskar Lafontaine ist jedes Mittel recht. Hauptsache, er findet Menschen, die seiner Agitation zuhören und sie sogar noch weiter verbreiten. Gedächtnis, vielleicht sogar historisch? Das blendet der Linke-Vorsitzende je nach Bedarf aus, oder er modifiziert es.

"Die alten Geschichten" mit der Vorgängerpartei SED will er nicht mehr hören. Wenn’s nützt, erzählt er sie selbst - auf seine Weise. Die heutige Bundeskanzlerin habe zu DDR-Zeiten zur Kampfreserve der Partei gehört, sagt Lafontaine. Die damalige Angela Kasner war, wie Millionen junge DDR-Bürger, Mitglied in der FDJ. Nicht mehr.

Lafontaine will mehr. Eine Gesellschaft, "in der für jeden Menschen ein Höchstmaß an Freiheit verwirklicht ist". Seine Linke, die neue Einheitspartei. Erinnern wir uns: Dieser Langzeit-Versuch unter dem Kürzel DDR war am 9. November 1989 mit dem Fall der Mauer Geschichte. Aber das ist offenbar wieder so ein Fall, der nicht in Lafontaines Erinnerung passt.

wolfgang.radau@wz-plus.de

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