Einer neuen Studie zufolge belegt das Land nur Rang 14. Am besten schneiden Sachsen und Thüringen ab.

Köln. Das Bildungssystem in Nordrhein-Westfalen hat erneut schlechte Noten erhalten. Im "Bildungsmonitor" des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) gehört NRW auch 2010 zu den Schlusslichtern. Unter den 16 Bundesländern belegt es Platz 14. Spitzenreiter ist - wie schon 2009 - Sachsen vor Thüringen, Baden-Württemberg und Bayern, wie das Institut und sein Auftraggeber, die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), am Donnerstag mitteilten.

Schlecht bestellt ist es auch um die Internationalisierung

Besonders ungünstig sind in NRW die Betreuungsbedingungen an Schulen und Hochschulen. Hier belegt das Land den letzten Platz. In NRW kamen 2008 auf einen Grundschullehrer 19,2Schüler. Beim Spitzenreiter Thüringen waren es nur 13,7. Ähnlich sind die Relationen in der Sekundarstufe II. In NRW muss ein Lehrer rechnerisch 14,4 Schüler unterrichten, in Thüringen 9,5.

NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) sieht in den Ergebnissen eine Bestätigung für die Vorhaben der rot-grünen Koalition. Die Studie empfiehlt, die durch den Schülerrückgang freiwerdenden Mittel im Schulsystem zu belassen. 2020 hätte NRW dann ein Umverteilungsvolumen von 2,3Milliarden Euro.

Schlecht bestellt ist es auch um die Internationalisierung in NRW (Rang 15). Das gilt für die noch eher schwache Verbreitung von Fremdsprachenunterricht an den Schulen, aber auch für internationale Hochschulkooperationen und die wenigen Gastwissenschaftler an den Unis.

Die Rangliste ist bei Gewerkschaften umstritten

Die zum siebten Mal vorgelegte Länderrangliste vergleicht mehr als 100 Indikatoren wie Ausgaben pro Schüler, Ganztagsangebote und Ergebnisse verschiedener Schulleistungstests. Das Ranking ist in der Kultusministerkonferenz und auch bei Gewerkschaften umstritten. Kritisiert wird unter anderem, dass soziale Durchlässigkeit und Chancengerechtigkeit zu gering gewichtet würden.

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