Dortmund. „Wir betrachten den Versuch, einen neutralen und allen Glaubensrichtungen in gleicher Weise zur Verfügung stehenden ,Raum der Stille’ zu schaffen, leider als gescheitert.“ Mit dem Satz beendet das Rektorat der Technischen Universität Dortmund ein gut gemeintes Projekt. Allen Studierenden – ungeachtet welchen Glaubens – war ein gemeinsamer Raum zum Gebet oder zur Meditation zur Verfügung gestellt worden.

Die Nutzung dieses Raumes im dritten Stock des Physikgebäudes führte mehrfach zu Ärger. Nachdem schon früher dort Gebetsteppiche und Korane gelagert worden waren und Flugblätter darauf hingewiesen hatten, wie Frauen sich zu benehmen hätten (z.B. Tragen eines Kopftuches, Verzicht auf Parfum). hatte zunächst der Allgemeine Studentensausschuss (Asta) den Raum geschlossen.

Nach entsprechender positiver Prognose wurde er dann zwar wieder eröffnet. Doch es gab erneut Beschwerden. Eine solche zitiert das Rektorat: „Mehrfach wurden weibliche Besucher des Raumes am Eingang von männlichen muslimischen Nutzern abgefangen und darauf hingewiesen, dass sie nur Zugang zu einem kleineren Raumteil hätten, der größere war nur Männern vorbehalten.“ Unter Hinweis auf Artikel 3 des Grundgesetzes – Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ – schritt das Rektorat nun zur Tat und erklärte das Projekt für beendet. Es werde geprüft, einen „Baby- und Ruheraum“ zu schaffen.

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