Düsseldorf (dpa). Bei den Koalitionsverhandlungen von Union und FDP vor einem Jahr in Berlin wollte sich die damalige schwarz- gelbe NRW-Regierung wohl als guter Gastgeber erweisen. Zur Feier der erfolgreichen Gespräche in der NRW-Landesvertretung ließ sie edle Tropfen auffahren: Insgesamt 75 Flaschen Wein zu einem Gesamtpreis von rund 6400 Euro wurden geköpft, wie der Landesrechnungshof inzwischen festgestellt hat.

Bis zu 94 Euro habe die einzelne Flasche aus besten französischen Lagen gekostet, berichtete die «Bild»- Zeitung am Donnerstag. Ein Großteil der Kosten für die Sause blieb beim Land hängen. Mit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hatte die Landesvertretung vereinbart, dass der aufgetischte Wein nicht mehr als 30 Euro die Flasche kosten sollte, heißt es in dem dpa vorliegenden Vermerk des Rechnungshofes.

Die Düsseldorfer Staatskanzlei habe von dieser mündlichen Absprache aber offensichtlich nichts gewusst und den deutlich teuereren Wein bestellt. Als die Unions-Fraktion die Rechnung erhielt, protestierte sie erfolgreich. Sie zahlte nur 30 Euro pro Flasche, also lediglich 2250 Euro.

Der Rechnungshof hat jetzt eine Stellungnahme der neuen Landesregierung eingefordert. Die Kontrolleure bemängeln zudem, dass die Landesvertretung den Koalitionären nicht alle Kosten für die Organisation der Veranstaltung konsequent in Rechnung gestellt hat. Die Staatskanzlei bestätigte am Donnerstag, dass sie den Bericht des Rechnungshofs erhalten hat. Die angeforderte Stellungnahme werde man innerhalb der eingeräumten Frist abgeben.

Leserkommentare (2)


() Registrierte Nutzer