NRW-Familienministerin Schäfer besucht seit Montag Kindergärten im ganzen Land. Die Kita-Landschaft sei in den letzten Jahren immer vielfältiger geworden. Die CDU sieht nur eine «PR-Tour».

Kinder beim Spielen
Familienministerin Schäfer besucht Kitas im Land

Familienministerin Schäfer besucht Kitas im Land

dpa

Familienministerin Schäfer besucht Kitas im Land

Düsseldorf (dpa). Die Landesregierung sieht die Kindertagesstätten (Kitas) in Nordrhein-Westfalen seit den jüngsten gesetzlichen Änderungen vor größeren Herausforderungen. Mit dem seit rund einem halben Jahr geltenden Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für die unter Dreijährigen (U3) sei die Kita-Landschaft vielfältiger geworden, sagte Familienministerin Ute Schäfer (SPD) am Montag in Düsseldorf. «Wir haben heute eine große Heterogenität», sagte die Ministerin. Seien zuvor Drei- bis Sechsjährige zumeist vormittags betreut worden, gebe es nun Angebote für Kinder im Alter von vier Monaten bis sechs Jahren überwiegend 45 oder 35 Stunden die Woche. Betreut würden Kinder mit und ohne Migrationshintergrund sowie mit und ohne Behinderung. Auch hätten die Kinder eine sehr unterschiedliche soziale Herkunft. Dieser Bandbreite müssten die Mitarbeiter in den Kitas gerecht werden, so Schäfer weiter: «Wir wissen, dass wir noch weitere Verbesserungen brauchen, gerade auch bei der Unterstützung des Personals.» Im Zuge der erneuten Reform des Kinderbildungsgesetzes - kurz: Kibiz - würden deshalb pro Jahr weitere 55 Millionen Euro für die personelle Unterstützung etwa bei der Mittagsversorgung oder für Vertretungen bereitgestellt. Zugleich verteidigte Schäfer die Kibiz-Novelle gegen Kritik der evangelischen Kirche. Diese sieht aus finanzieller Not ein Drittel ihrer rund 1600 Kindergärten bedroht und pocht auf Änderungen bei der Finanzierung. Gefordert wird ein Absenken des Eigenanteils von derzeit zwölf Prozent auf die neun Prozent, die für andere freie Träger gelten. Dazu sagte Schäfer, die evangelische Kirche verfüge im Gegensatz zu anderen Kita-Trägern über Steuereinnahmen. Auch beim Land sei die Haushaltslage angespannt. «Wir werden nicht allein in der Lage sein, das auszugleichen, was woanders nicht mehr da ist.» Schäfer startete am Montag ihre «Kita-Tour 2014». In den nächsten vier Wochen will sie landesweit zehn Einrichtungen besuchen. Die CDU im Düsseldorfer Landtag sprach von einer «PR-Tour» der Ministerin. Statt Problem-Kitas in Problembezirken zu besuchen, beschränke sich die Ministerin überwiegend auf Vorzeigeprojekte. Das helfe nicht beim Aufspüren und Lösen der Probleme, die Erzieher und Eltern beschäftigten, kritisierte die Fraktion.

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