Köln, Düsseldorf und Essen haben die meisten Einpendler in NRW. Im Schnitt ist der Arbeitsplatz nach 19,7 Kilometern erreicht.

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Pendleraufkommen in NRW

Pendleraufkommen in NRW

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Pendleraufkommen in NRW

Düsseldorf. Verstopften Straßen, überfüllten Bussen und Bahnen zum Trotz: Die Zahl der Pendler in Nordrhein-Westfalen wächst weiter. 4,5 Millionen Menschen überschritten im Jahr 2015 beim Weg zur Arbeit die Grenzen ihres Wohnortes. Das war etwas mehr als die Hälfte der knapp neun Millionen Erwerbstätigen in NRW. Und eine Änderung dieser Entwicklung ist nicht abzusehen: Seit 2013 wächst die Zahl der Pendler jährlich etwas stärker als die Zahl der Erwerbstätigen insgesamt. Der Beschäftigungsboom schlägt sich also bei den Pendlern deutlicher nieder.

Die meisten Menschen pendeln nach Köln

Die aktuellste Pendlerstatistik wurde am Mittwoch von Information und Technik (IT) NRW präsentiert, wie sich das statistische Landesamt offiziell nennt. Danach sind Köln, Düsseldorf und Essen die stärksten Ziele der täglichen Pendlerströme: In die Domstadt pendeln 315 000 Arbeitnehmer ein, in die Landeshauptstadt knapp 300 000 und in die Ruhrmetropole etwa 150 000.

Blickt man auf die NRW-Karte, zeigt sich, dass mehr als drei Viertel aller Städte und Gemeinden einen Auspendlerüberschuss haben. Hier verlassen also täglich mehr Arbeitnehmer den Ort für den Beruf, als umgekehrt von auswärts Erwerbstätige einpendeln. Nur 90 von insgesamt 396 NRW-Gemeinden verzeichnen einen Einpendlerüberschuss.

Über die höchste Einpendlerquote in NRW verfügt die kleine Stadt Holzwickede im Kreis Unna: 84,5 Prozent der dortigen Erwerbstätigen kommen von außerhalb. Der Grund: ein Gewerbepark in unmittelbarer Nähe zum Dortmunder Flughafen. Betrachtet man nur die zehn bevölkerungsreichsten Städte in NRW, liegt Düsseldorf mit einer Einpendlerquote von 58 Prozent an der Spitze vor Bonn mit 55,4 Prozent.

Sie bezeichnet den Anteil der Einpendler an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen am Arbeitsort.

Sie beschreibt, wie viel Prozent aller Erwerbstätigen einer Gemeinde deren Grenze überschreiten, um ihrem Beruf nachzugehen.

Bei der Auspendlerquote liegen Alfter (Rhein-Sieg-Kreis) und Rheurdt (Kreis Kleve) mit 83,3 Prozent ganz vorne. Unter den Großstädten ist hier Duisburg Spitzenreiter (43,7 Prozent). Nach den Angaben der Statistiker hat ein Pendler im Durchschnitt seinen Arbeitsplatz nach 19,7 Kilometern erreicht. Allerdings ist Basis der Berechnungen die Luftlinie zwischen den geografischen Mittelpunkten der Wohn- und Arbeitsgemeinden. Tatsächlich gibt es Ausreißer nach oben, die bis an die 80 Kilometer und in Einzelfällen noch darüber hinaus reichen. Für IT NRW-Präsident Hans-Josef Fischer, selbst täglicher Pendler, kann das ein zusätzlicher Stressfaktor sein: „Wir haben eine mobile Arbeitswelt, die verlangt, für die Arbeit nicht unbeträchtliche Wege zurückzulegen.“ Im Schnitt nehmen die Männer dabei noch etwas längere Wege in Kauf als die Frauen.

Seit Mittwoch ist ein Pendleratlas online, in dem für jede einzelne Kommune in NRW Pendlerzahlen sowohl grafisch als auch tabellarisch abgerufen werden können. Dabei gibt es diverse Auswahlmöglichkeiten, um Detailinformationen zu erhalten.
pendleratlas.nrw.de

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