Erziehung: Das Land stellt bis zu 150 Millionen Euro bereit. Zudem gibt es Geld für Kinderpfleger und Praktikanten.

Düsseldorf. Die rot-grüne Landesregierung wird das letzte Kindergartenjahr ab Sommer für die Eltern beitragsfrei stellen. Das bekräftigte am Mittwoch Landesfamilienministerin Ute Schäfer (SPD). Das Land übernimmt den Anteil komplett. „Das kostet zwischen 130 und 150 Millionen Euro pro Jahr“, sagte Schäfer. Die Eltern sparen dabei je nach Wohnort und Einkommen bis zu mehrere hundert Euro im Monat. Das Land finanziert den Beitrag durch neue Schulden.

In einigen Einrichtungen gibt es zu wenig Personal

Schäfer kündigte weitere Änderungen am Kinderbildungsgesetz an, das die schwarz-gelbe Vorgängerregierung erlassen hatte. Nach einer Befragung hätten sich gravierende Lücken beim Personal ergeben, so Schäfer.

So erreichten fünf Prozent der befragten Einrichtungen noch nicht einmal den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestwert beim Erziehungspersonal. Der liegt zum Beispiel bei der U3-Betreuung in einer zehnköpfigen Gruppe bei zwei Erzieherinnen. Das Land werde reagieren, kündigte die Ministerin an. So werde die Landesregierung mit einem zweistelligen Millionenbetrag die Einstellung von Kinderpflegerinnen bezahlen.

Außerdem gebe das Land sieben Millionen Euro, um die Einstellung von 1000 Betriebspraktikanten zu finanzieren. Ein solches Praktikum ist Bestandteil der Berufsausbildung; aber nur 36 Prozent der 9400 Kindergärten und -tagesstätten in NRW bilden aus.

Zudem werden mit dem kommenden Kindergartenjahr, es beginnt am 1. August, die Eltern größeres Mitspracherecht bekommen – auch bei pädagogischen Konzepten und in Personalfragen.

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