Es geht nicht um eine Atomfabrik: Es handelt sich um ein ideologisch unverdächtiges Infrastrukturprojekt, das den Bahnverkehr gegenüber dem Flugzeug wettbewerbsfähig machen soll. Warum dieser späte Aufruhr gegen ein Vorhaben, das 16 Jahre lang ohne Kampfgeheul planerische Gestalt annahm?

Die Grünen entlarven sich durch die harschen Worte ihres Vorsitzenden selbst. Der Protest gegen Stuttgart 21 ist für sie ein politisches Vehikel, um im März die Regierung zu stürzen und Angela Merkel zu schwächen. Die Sache selbst? Nebensache. Die Demonstranten sollten wissen, dass sie Teil dieses Machtkalküls sind.

Nicht weniger symbolbeladen wird über den Polizeieinsatz gestritten. Mappus ging es darum, Durchsetzungskraft zu beweisen. Das tat er allerdings ohne Fingerspitzengefühl - und lieferte seinen Gegnern neue Munition. Die schwarz-gelbe Koalition handelt richtig, wenn sie das Projekt verteidigt. Machtstrategisch lässt sie sich von den Grünen allerdings vorführen.

christoph.lumme@wz-plus.de

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