Das Gladbecker Geiseldrama
Als Hans-Jürgen Rösner und Dieter Degowski im August 1988 Geiseln nahmen und eine Blutspur durch das Land zogen, waren die Medien live dabei. Foto: Franz-Peter Tschauner

Als Hans-Jürgen Rösner und Dieter Degowski im August 1988 Geiseln nahmen und eine Blutspur durch das Land zogen, waren die Medien live dabei. Foto: Franz-Peter Tschauner

dpa

Als Hans-Jürgen Rösner und Dieter Degowski im August 1988 Geiseln nahmen und eine Blutspur durch das Land zogen, waren die Medien live dabei. Foto: Franz-Peter Tschauner

Werl. Fast drei Jahrzehnte nach dem Geiseldrama von Gladbeck steht einer der beiden Gangster womöglich vor seiner Freilassung. «Die Chancen stehen gut, dass Dieter Degowski bis Jahresende wieder auf freien Fuß kommt», sagte der Sprecher des nordrhein-westfälischen Justizministeriums, Detlef Feige, der «Heilbronner Stimme» (Freitag). Das letzte Wort habe die Strafvollstreckungskammer in Arnsberg.

Degowskis Vorbereitung auf die Haftentlassung zur Bewährung läuft nach früheren Angaben der JVA Werl gut. Vor mehreren Jahren hatte das Landgericht in Arnsberg die JVA aufgefordert, diesen Weg für ihren vermutlich bekanntesten Häftling zu gehen. Degowski-Anwältin Lisa Grüter hatte Degowski im vergangenen Sommer als «einen freundlich-friedlichen Menschen, der seine Tat sehr bereut» bezeichnet.

Vom 16. bis 18. August 1988 hielten Degowski und sein Komplize Hans-Jürgen Rösner die Republik in Atem. Drei Tage lang flüchteten sie nach einem missglückten Bankraub mit Geiseln vor der Polizei. Drei Menschen starben. Degowski hatte in einem Linienbus in Bremen einen 15-Jährigen erschossen, ein Polizist starb bei einem Unfall der Verfolger, und als die Polizei dann am dritten Tag auf der A3 bei Bad Honeff den Fluchtwagen stoppte und zugriff, starb die 18-jährige Geisel Silke Bischoff durch eine Kugel aus Rösners Waffe. dpa

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