Düsseldorf/Hamburg (dpa). In der Affäre um Immobiliengschäfte des landeseigenen Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB) werden von der Wuppertaler Staatsanwaltschaft nach Medienberichten fünf Personen als Bechuldigte geführt. Es könnten bald einige mehr werden, berichtet das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» unter Berufung auf Nordrhein-Westfälische Justizkreise.

Dem Bericht zufolge besteht der Verdacht, dass BLB-Manager und Komplizen bei Geschäftspartnern millionenschwere Sonderzahlungen erpresst und Gelder abgezweigt haben. Ausgangspunkt des Verfahrens sei der Betrugsversuch eines derzeit inhaftierten Mannes. Von der federfühenden Staatsanwaltschaft Wuppertal war am Sonntag keine Stellungahme zu erhalten.

Der Inhaftierte habe nach Erkenntnissen der Fahnder enge Verbindungen zum ehemaligen BLB-Geschäftsführer Ferdinand Tiggemann gehabt, berichtet der «Spiegel». Neben diesen beiden gehörten zum Kreis der Beschuldigten auch ein Rechtsanwalt aus Bad Neuenahr sowie die Geschäftsführer einer Projektentwicklungsgesellschaft.

Am vergangenen Mittwoch hatte die Polizei wegen Korruptionsverdachts bei einer großen Razzia in fünf Bundesländern Büros und Privatwohnungen durchsucht. Im Mittelpunkt des Interesses der Ermittler stehen der Neubau des NRW-Landesarchivs in Duisburg, die Erweiterung des Polizeipräsidiums in Köln-Kalk, die geplante Umsiedlung der Fachhochschule Köln sowie der Ankauf des Landesbehördenhauses in Bonn.

Das Magazin «Focus» berichtetet unter Berufung auf Justizkreise, es sei ein «Schmiergeldzettel» gefunden worden. Die Bonner Staatsanwaltschaft habe das Papier bei einer Razzia im Juli 2010 in einer Mülltonne eines mutmaßlichen Komplizen Tiggemanns entdeckt. Darin seien Beträge und Namenskürzel aufgelistet. Die Bonner Ermittler übergaben ihre Ergebnisse an die Staatsanwaltscaft Wuppertal.

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