Emmanuel Macron hat sich im Wahlkampf als glühender Europäer präsentiert. Frisch gewählt ließ er nicht die Marseillaise spielen, sondern die Europahymne. Für seine europäische Vision erhält er nun den Karlspreis 2018.

Emmanuel Macron
ARCHIV - Der französische Präsident Emmanuel Macron spricht am 20.10.2017 in Brüssel (Belgien) auf einer Pressekonferenz im Rahmen des EU-Gipfels. (zu dpa «Paris wartet ungeduldig auf Durchbruch in Berlin» vom 01.12.2017) Foto: Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ |

ARCHIV - Der französische Präsident Emmanuel Macron spricht am 20.10.2017 in Brüssel (Belgien) auf einer Pressekonferenz im Rahmen des EU-Gipfels. (zu dpa «Paris wartet ungeduldig auf Durchbruch in Berlin» vom 01.12.2017) Foto: Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ |

Geert Vanden Wijngaert

ARCHIV - Der französische Präsident Emmanuel Macron spricht am 20.10.2017 in Brüssel (Belgien) auf einer Pressekonferenz im Rahmen des EU-Gipfels. (zu dpa «Paris wartet ungeduldig auf Durchbruch in Berlin» vom 01.12.2017) Foto: Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ |

Aachen. Der französische Staatspräsident und bekennende Europafreund Emmanuel Macron erhält für seine Verdienste um die Europäische Gemeinschaft in turbulenten Zeiten den Karlspreis 2018. Der 39-Jährige vertrete eine «kraftvolle Vision von einem neuen Europa», erklärten die Stadt Aachen und das Karlspreis-Direktorium am Freitag. Die Auszeichnung wird im Mai an Christi Himmelfahrt in Aachen übergeben.

Besonders überzeugt habe die Jury Macrons «Leidenschaft und sein europäisches Engagement» sowie sein «Eintreten für Zusammenhalt» und sein «entschiedener Kampf gegen jede Form von Nationalismus und Isolationismus zur Überwindung der europäischen Krise», heißt es in der Begründung. Der Oberbürgermeister der Stadt Aachen, Marcel Philipp, nannte Macron einen «mutigen Vordenker für die Erneuerung des europäischen Traums».

«Uns haben zwei Punkte besonders bewogen, den französischen Staatspräsidenten auszuzeichnen», erklärte der Sprecher des Karlspreis-Direktoriums, Jürgen Linden. «Macrons pro-europäischer Wahlkampf und seine wertvollen Impulse für die europäische Reformdebatte», erklärte er. Der 39-Jährige habe so offensiv wie nur wenige andere die europäische Idee ins Zentrum seines politischen Engagements und seines Wahlkampfes gerückt. Er habe die Auseinandersetzung mit denen gesucht, «die das Projekt zur Disposition stellen» wollten.

Unvergessen sei die Szene des frisch zum Staatspräsidenten gewählten Senkrechtstartes, der im Innenhof des Louvre nicht etwa die Marseillaise, sondern die Klänge der Europahymne ertönen ließ. Damit habe Macron die Verankerung Frankreichs in der Europäischen Union unterstrichen, sagte Linden. Mit seiner richtungsweisenden Rede «Initiative Europa» an der Pariser Sorbonne im September, in der Macron eine Neugründung der EU forderte, habe der Politiker Europa wieder Mut gemacht.

Laut der Stadt Aachen und dem Karlspreis-Direktorim hat der designierte Preisträger selbst schon reagiert: Macron fühle sich geehrt und freue sich über diese hohe Auszeichnung. Der Internationale Karlspreis zu Aachen wird seit 1950 verliehen. Im diesem Jahr ist der britische Historiker und Publizist Timothy Garton Ash mit dem Karlspreis ausgezeichnet worden, 2016 ging die Auszeichnung an Papst Franziskus. Der Preis ist nach Karl dem Großen benannt.

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