Auch Floristen und Bäcker fordern die Ladenöffnung an den hohen Festtagen. Doch die CDU blockt schon ab.

Düsseldorf. Es war Ostern so, es wird jetzt zu Pfingsten so sein, und es wird sich wohl bis Weihnachten nicht ändern: Jeweils am ersten der hohen Feiertage sind in Nordrhein-Westfalen Bäckereien und Blumengeschäfte geschlossen und öffnen jeweils erst am Montag beziehungsweise am 2. Weihnachtstag.

Das ist schade für den Frühstückstisch, bedauerlich für das Verhältnis zur Schwiegermutter und vor allem schlecht für das Geschäft von Bäckern und Floristen. Das Thema sorgt für Streit in der schwarz-gelben Koalition in Düsseldorf.

Die FDP stellt sich auf die Seite von Floristen und Bäckern, um das Ladenöffnungsgesetz wieder auf den Stand vor 2005 zu bringen. "Die neue Regelung kostet uns richtig Geld und sorgt für großen Ärger bei den Kunden", wetterte Helmuth Prinz vom NRW-Floristenverband. "Das ist auch ein Verdrängungswettbewerb", sagte Bernd Siebers, Chef der Rheinischen Bäcker.

Denn Tankstellen dürfen das Sortiment immer anbieten. "Wir wollen den Verkauf wieder erlauben", sagte FDP-Fraktionschef Gerhard Papke. Spätestens nach der nächsten Landtagswahl werde die FDP das im Koalitionsvertrag auch gegen die CDU durchsetzen.

Beim Koalitionspartner holte sich Papke gleichwohl eine blutige Nase: "Das ist missglückter Populismus", sagte Oliver Wittke, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. Der vor zwei Jahren mit der FDP gefundene Kompromiss sei gut für Verbraucher und Wirtschaft und schütze vor allen Dingen die religiösen Gefühle.

In NRW gibt es 4500 Blumenläden und 2500 Bäckereien. Die Umsatzeinbußen liegen bei drei Prozent vom Jahresumsatz, wie der Floristenverband errechnet hat.

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