Ein Bauernhof hat Hendl unter dem Bio-Siegel vermarktet, obwohl die Auflagen nicht erfüllt wurden.

Paderborn. Wegen des Etikettenschwindels mit angeblichen Bio-Hähnchen auf einem Bauernhof in Delbrück (Kreis Paderborn) ist nun auch die Vertriebsgesellschaft des Bauernhofes belangt worden.

Der Gesellschaft sei ebenso wie dem Bauernhof selbst der Handel mit Bio-Produkten für zwei Jahre untersagt worden, teilte das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in Recklinghausen mit.

Das Unternehmen habe die Waren - vor allem Tiefkühlprodukte - des für Bio-Erzeugnisse gesperrten Hofes weiter unter dem Bio-Siegel vermarktet.

Die Hendl sind auch als herzhafter Schmaus auf dem Oktoberfest verkauft worden. Wie viele Tiere in den Umlauf gelangt sind, ist derzeit noch nicht klar. Die Unterlagen werden durchforstet - es sind aber in jedem Fall tausende Tiere.

Dem Hof war bereits kurz vor Weihnachten die Handels-Erlaubnis mit dem Biosiegel entzogen worden. Es habe sich um den größten Etikettenschwindel mit Bioprodukten seit Jahren in NRW gehandelt, sagte eine Sprecherin der Recklinghausener Behörde.

Der Hof habe Hunderttausende Masthähnchen als Bio-Geflügel verkauft, obwohl sie mit konventionellem Futter gemästet worden waren. Dem Bauernhof sei der Einkauf von mehr als 900 Tonnen konventionellen Futters nachgewiesen worden. Der Landwirt habe dies auch zugegeben, sagte die Sprecherin.

Das Landesamt war dem Landwirt bei der routinemäßigen Prüfung von Futtermittelherstellern auf die Spur gekommen. "Der Biohof war dort als Abnehmer von konventionellem Futter gelistet", sagte die Sprecherin. Gegen den vermeintlichen Bio-Bauern ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Paderborn wegen Betrugs.

Der Betrieb gehört dem renommierten Anbauverband Bioland an. Verbandschef Thomas Dosch sagte, die Kontrollen bei Biobauern, die mehrere Betriebe führen, würden nun verdoppelt.

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