Seit 1976 starben in den USA 1214 Menschen einen staatlich angeordneten Tod. Kein Wunder also, dass die Öffentlichkeit von den meisten Hinrichtungen kaum Notiz nimmt. Anders verhält es sich im Fall Gardners. Der verurteilte Mörder will den Märtyrer spielen. Nicht eine Giftspritze, sondern ein Erschießungskommando soll sein Leben beenden. Ein blutiger und bestialischer Tod, der sich eignen könnte, wenigstens für kurze Zeit die öffentliche Debatte über die Todesstrafe wiederzubeleben.

Doch die Empörung und das Entsetzen werden bald wieder verpuffen. Denn eine klare Mehrheit der Amerikaner meint nach wie vor, dass der Mörder für seine Tat mit dem eigenen Leben bezahlen soll. Dass Dutzende der Hingerichteten nach ihrem Tod entlastet wurden, scheint in der öffentlichen Wahrnehmung keine Rolle zu spielen.

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