Die Zeiten der Rekorde sind vorbei: weniger Aussteller, weniger vermietete Fläche. Doch die Messe sieht durchaus auch Grund zur Hoffnung.

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Tauchen bleibt Trendsport: In Halle 3 mit dem Tauchturm ist immer etwas los.

Tauchen bleibt Trendsport: In Halle 3 mit dem Tauchturm ist immer etwas los.

Messe Düsseldorf

Tauchen bleibt Trendsport: In Halle 3 mit dem Tauchturm ist immer etwas los.

Düsseldorf. Wenn jemand 40 Jahre alt wird, steht er in der Regel kurz vor einer Midlife-Krise. Die boot, weltgrößte Wassersportmesse, findet ab Samstag bis zum 25. Januar zum 40. Mal in Düsseldorf statt. In einem Interview mit unserer Zeitung hat der neue boot-Projektleiter Goetz-Ulf Jungmichel (41) gesagt: "Die Midlife-Krise haben wir beide schon hinter uns. Wir reden nicht von Krise, und wir fühlen uns auch nicht so." Aber ganz ausblenden können die Macher der Maritim-Schau dieses Thema natürlich auch nicht.

Denn: Die Zahl der Aussteller ist zwar mit 1650 weiter hoch, erreicht aber nicht mehr das Spitzenniveau von 2008 (1700). Auch die an Aussteller vermietete Fläche ist um sechs Prozent gesunken - auf knapp 100.000 Quadratmeter. Als Schwarzmaler aber ist der Messe-Geschäftsführer Wilhelm Niedergöker nicht bekannt: "Wir haben uns im flachen Fahrwasser von internationaler Finanzkrise und weltweiten Rezessionstendenzen besser gehalten als noch vor zwei, drei Monaten erwartet und können durchaus an die Ergebnisse der Vorjahre anknüpfen."

Die weltgrößte Fachmesse für Taucher in der Halle 3

Die für die boot typische Vielfalt an internationalen Marken und Namen habe man erhalten können: "Das sind unsere Besucher gewöhnt und das können sie auch von uns erwarten", wirbt Niedergöker für das Messe-Konzept. Segel-, Motorboot- und Yachtsport repräsentieren allein 350 internationale Aussteller in acht Messehallen, es gibt insgesamt 1800 verschiedene Typen zu sehen, vom Kanu bis zur Superyacht.

Mit 28 Metern Länge ist die "Bandido 90" aus Taiwan die größte Motoryacht in der Halle 6, wo 60Groß-Yachten versammelt sind. Ganz klar auf Wachstumskurs ist der Tauchsport mit Zuwächsen bei Charter und Tourismus. In Halle 3 ist die weltgrößte Messe für Taucher untergebracht, die schon von jedem vierten boot-Besucher angesteuert wird. Hier läuft ein buntes Programm, von einer Hochzeit unter Wasser bis zur Feier für Hans Hass. Der große Pionier des Tauchsports wird am 23. Januar auf der Messe seinen 90. Geburtstag feiern.

Neu ist das Konzept für Motorboote: Sie sind in den Hallen 4, 5, 9 und 10 zu finden, in direkter Nachbarschaft zum Segment der Groß- und Superyachten in den Hallen 6, 7 und 7a. Exklusiv für Stahlyachten und die Classic Show ist die Halle 15 reserviert.

Das Messegelände in Stockum liegt zwischen Rotterdamer, Beckbusch- und Stockumer Kirchstraße. Die 17 Hallen umfassen 220 000 qm Fläche.

Samstag, 17. Januar, bis Sonntag, 25. Januar, täglich von 10 bis 18 Uhr.

Tageskarte: 15 Euro; Schüler, Studenten: 10 Euro; mo-fr ab 15 Uhr: 9 Euro.

Für die jungen boot-Besucher lohnt sich ein Stopp in Halle 1 - hier ist die Beach World mit Modenschauen und Gewinnspielen, hier sind coole Trendsportarten wie Kitesurfen und Wakeboarding versammelt. Das durchschnittliche Alter eines Bootsbesitzers liegt bei 56 Jahren, da ist das Thema Jugend den boot-Machern verständlicherweise ein besonderes Anliegen: "Wer sich bis 40 noch kein Boot gekauft hat, wird es auch nicht mehr tun", weiß Jürgen Tracht, Geschäftsführer des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft.

"Wir müssen jüngere Familien für den Bootssport begeistern", sagt er. Eine Befragung zur Nachwuchsarbeit will Tracht im Verlauf der Messe präsentieren. Nur gemeinsam mit Verbänden und Unternehmen könne man Fortschritte erzielen. Tracht erhofft sich von der boot einiges: "Hier wird sich viel entscheiden für 2009. Von der boot gehen immer Impulse aus - ich hoffe, diesmal auch."

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