Auf die Städte und Kommunen kommen Millionen-Kosten zu. In NRW muss eine Autobahn gesperrt werden.

Düsseldorf. Schnee, Eis und Frost sorgen dafür, dass dieser Winter für Bürger und Kommunen ungewöhnlich teuer wird. So rechnen allein die Rathäuser an Rhein und Wupper mit gewaltigen Mehrausgaben, weil viele Straßen nach dem Wechsel von Frost und Tauwetter ruiniert sind. Hinzu kommen die Kosten für die Streumittel. Der Winterdienst in ganz NRW kostet die Steuerzahler 90 0000 Euro pro Tag.

"In vergangenen Wintern entstanden zwei Millionen Euro Mehrkosten. Das werden wir mindestens erreichen", sagt Andrea Blome von der Stadt Düsseldorf. Wuppertal hat allein von Dezember 2009 bis Januar 250 000 Euro für Streumittel ausgegeben. Hohe Kosten verursachen auch Feuerwehreinsätze: So werden 1000 Euro fällig, wenn ein Sporthallendach vom Schnee befreit wird. Die Enteisung eines Flugzeugs kostet 12000 Euro.

Ärzte operieren, schienen und gipsen im Akkord

Der eisige Winter macht auch den Unfallchirurgien zu schaffen. Die Zahl der Knochenbrüche durch Stürze auf glatten Straßen liegt zwei-, in einigen Kliniken drei Mal so hoch wie 2009. Ärzte operieren, schienen und gipsen im Akkord. "Unsere 71 Betten sind seit Wochen belegt", sagt etwa Andreas Olk, Oberarzt der Unfallchirurgie im Mönchengladbacher Maria-Hilf-Krankenhaus.

Die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) schätzt, dass die Unfälle in NRW winterbedingt um 50 Prozent gestiegen sind. Ähnliches erwartet Barmer-Sprecher Wolfgang Klink. "Durchschnittlich verursacht ein Bruch zweieinhalb bis dreitausend Euro Kosten", sagt er. Die DAK prüft, ob sie die Behandlungskosten für Glatteisunfälle von den Kommunen erstattet bekommt. Sie hätten nicht ausreichend gestreut, so ein Sprecher.

Derweil musste in NRW erstmals eine Autobahn wegen Streusalzmangels gesperrt werden. Nach mehreren schweren Unfällen und Blitzeis habe es am Samstagnachmittag keine Alternative gegeben, sagte der für die Sperrung der A44 zwischen Erwitte/Anröchte und Diemelstadt verantwortliche Leiter der Autobahnmeisterei Wünnenberg-Haren, Dirk Goecke.

Auch auf die Wirtschaftsleistung wirkt sich der strenge Winter aus. "Der Wirtschaft gehen dadurch etwa zwei Milliarden Euro verloren", sagte der Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Volker Treier.

Das Wachstum wird vermutlich im ersten Quartal um 0,4 Prozentpunkte schwächer ausfallen.

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