9300 preiswerte Wohnungen und Plätze in Wohnheimen sind 2016 in NRW gefördert worden. Trotzdem bleibt ein Mangel.

Über zehn Jahre nahm die Zahl der Sozialwohnungen in NRW stark ab. Jetzt kämpft ein Bündnis gegen den Mangel.  Archiv
Über zehn Jahre nahm die Zahl der Sozialwohnungen in NRW stark ab. Jetzt kämpft ein Bündnis gegen den Mangel. Archiv

Über zehn Jahre nahm die Zahl der Sozialwohnungen in NRW stark ab. Jetzt kämpft ein Bündnis gegen den Mangel. Archiv

Christine Zeides

Über zehn Jahre nahm die Zahl der Sozialwohnungen in NRW stark ab. Jetzt kämpft ein Bündnis gegen den Mangel. Archiv

Düsseldorf. In Nordrhein-Westfalen ist im vergangenen Jahr ein „Rekord im sozialen Wohnungsbau geschafft“ worden, sagt Bauminister Michael Groschek (SPD). 9300 neue Sozialwohnungen und Wohnheimplätze seien 2016 vom Land gefördert worden – ein Plus von 66 Prozent im Vergleich zum Vorjahr mit 5500 Wohneinheiten. Und trotzdem gibt es lange nicht genug preiswerten Wohnraum – denn Hunderttausende Wohnungen sind in den Jahren zuvor aus der Sozialbindung gefallen. Groschek: „Es gilt zu bauen, bauen, bauen.“

475 700 Sozialwohnungen gab es im Jahr 2015 noch in NRW, zehn Jahre zuvor waren es 760 000 gewesen. Und auf dem Höchststand 1979 sogar 1,6 Millionen. Dabei sei das Thema keineswegs eines sozialer Randgruppen, erklärt der Minister: „In Städten wie Düsseldorf und Köln ist jeder zweite Einwohner sozialwohnberechtigt.“ Gerade in der Landeshauptstadt sei die aktuelle Entwicklung „ganz bemerkenswert“: Die Summe der Fördermittel stieg binnen eines Jahres von 15 auf fast 43 Millionen Euro, die Zahl der neuen Wohneinheiten von 146 auf 522 im vergangenen Jahr. Auch im Kreis Mettmann ging die Zahl neuer Wohnungen nach oben (von 38 auf 105), ebenso wie im Rhein-Kreis Neuss (von 78 auf 228) oder in Krefeld (von 13 auf 63). „Das Problem ist auf den Chefetagen der Rathäuser angekommen“, zeigt sich Groschek zufrieden mit den Kommunen.

Die sieht Dietrich Suhlrie von der NRW-Bank – neben Ministerium und Wohnungswirtschaft Mitstreiter im „Bündnis für Wohnen“ – allerdings auch weiterhin in der Pflicht, um den Mangel an günstigem Wohnraum langfristig zu dämpfen: „Das Manko ist nach wie vor das Bauland.“ Außerdem müssten Baugenehmigungen zügiger erteilt werden – beides kommunale Zuständigkeiten.

Fördersumme auf 1,1 Milliarden erhöht – auch für 2017

Das Bündnis hat sich zum Ziel gesetzt, zwischen 2016 und 2020 in NRW 400 000 neue Wohnungen zu schaffen. Davon in jedem Jahr 10 000 Sozialwohnungen. Im vergangenen Jahr wurde das Soll mit über 11 000 Wohnungen (Neubauten und Modernisierungen) übererfüllt. Die Fördersumme war dazu von 800 Millionen auf 1,1 Milliarden Euro angehoben worden – und soll 2017 auf diesem Niveau bleiben. „Die besseren Förderkonditionen mit Tilgungsnachlässen von bis zu 25 Prozent werden am Markt sehr gut angenommen“, sagt der Bauminister. Sozialer Wohnungsbau sei für die Investoren wieder einträglich und attraktiv. Damit das so bleibt, sei aber auch wichtig, dass etwa energetische Vorgaben im Baurecht nicht noch weiter verschärft würden. Ordnungsrecht sei Beiwerk, so Groschek: „Es kommt darauf an, dass die Bagger rollen.“

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