Die deutschlandweite Bürgerbefragung beginnt im Mai. Jetzt suchen die Kommunen Interviewer – ein schwieriges Unterfangen.

Zensus 2011
7,9 Millionen Deutsche müssen ab 9. Mai den Zensus-2011-Fragebogen ausfüllen und Auskunft zu Einkommen, Herkunft und Bildung geben.

7,9 Millionen Deutsche müssen ab 9. Mai den Zensus-2011-Fragebogen ausfüllen und Auskunft zu Einkommen, Herkunft und Bildung geben.

dpa

7,9 Millionen Deutsche müssen ab 9. Mai den Zensus-2011-Fragebogen ausfüllen und Auskunft zu Einkommen, Herkunft und Bildung geben.

Düsseldorf. Am 9. Mai fällt der Startschuss für die Haushaltsbefragungen zum Zensus 2011. Dann strömen Interviewer in den Kommunen aus, um zufällig ausgewählte Bürger (deutschlandweit 7,9 Millionen) in ihren Wohnungen zu befragen. Sensible Daten zu Einkommen, Schulbildung, Herkunft und Religionszugehörigkeit müssen beantwortet werden.

Etwa zwei Wochen vor der Befragung wird den ausgewählten Bürgern der Termin schriftlich angekündigt. Schon jetzt suchen die Erhebungsstellen der Kommunen geeignete Interviewer für die „Inventur“ aus. Allein in Nordrhein-Westfalen werden 15 000 Freiwillige gesucht, deutschlandweit sind es 80 000. Ein nicht ganz einfaches Vorhaben. Mittlerweile werden Stimmen laut, die sich um die Auswahl des Personals sorgen, denn radikale politische Gruppierunren rufen schon ihre Mitglieder auf, sich als Interviewer zur Verfügung zu stellen.

Mitglieder der Verwaltung und deren Angehörige werden bevorzugt

„Die Kommunen nehmen für die Interviews bevorzugt Mitglieder der Verwaltung, die sind den Städten bekannt“, sagt Leo Krüll vom Statistischen Landesamt. In einigen Städten wie beispielsweise Remscheid ist diese Rechnung auch aufgegangen, da werden die Haushalte von 90 städtischen Mitarbeitern oder deren Angehörigen befragt. In Krefeld sieht es hingegen anders aus. 120 Interviewer braucht die Stadt, von der Verwaltung wollen aber nur 75 mit Fragebögen losziehen.

Zuverlässig und verschwiegen müssen die Interviewer sein

Städte wie Krefeld müssen sich jetzt an die Öffentlichkeit wenden. Mitmachen kann fast jeder, vorausgesetzt, er ist 18 Jahre alt. Pro beantwortetem Fragebogen gibt es eine Aufwandsentschädigung von 7,50 Euro. Bevor es losgeht, wird den Interviewern trotzdem nochmal kräftig auf den Zahn gefühlt, versichert Jörg Rademacher, Sprecher des Verfassungsschutzes NRW. „In den jeweiligen Erhebungsstellen werden mit den Bewerbern Gespräche geführt, ob sie zuverlässig und vertrauenswürdig sind.“

Ein Einsatz in der eigenen Nachbarschaft kommt nicht in Frage

Die Sorge, dass Parteimitglieder die Volkszählung“ dazu nutzen könnten, die gesammelten Daten später für politische Zwecke zu nutzen, hält Rademacher für unbegründet. „Die Interviewer werden vorher schriftlich verpflichtet, das Statistikgeheimnis zu wahren.“

Dass plötzlich der eigene Nachbar mit einem Fragebogen vor der Tür steht und die heiklen Daten einholen will, kann auch nicht passieren. Der Interviewer wird nicht in seiner unmittelbaren Nachbarschaft eingesetzt. Zudem gibt es auch die Möglichkeit, den Fragebogen im Internet auszufüllen.

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