Karl-Josef Laumann kommt aus Westfalen, ist bodenständig und sozial orientiert. Er steht zum Rüttgers-Kurs.

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Karl-Josef Laumann (CDU) ist jetzt Chef in der Opposition.

Karl-Josef Laumann (CDU) ist jetzt Chef in der Opposition.

dpa

Karl-Josef Laumann (CDU) ist jetzt Chef in der Opposition.

Düsseldorf. Es ist geschafft: Karl-Josef Laumann, der vierschrötige Mann aus Riesenbeck, wirkte gestern schon irgendwie erleichtert, als er vor die Presse trat. Zum ersten Mal hat er eine wirklich wichtige Führungsposition in der CDU errungen, muss künftig als Schwergewicht im innerpartei- lichen Spektrum gelten. Doch seine Wahl zum neuen Chef der CDU-Landtagsfraktion wurde auch getrübt. Schließlich setzte er sich nur denkbar knapp gegen Armin Laschet mit 34 zu 32 Stimmen durch.

Im Vorfeld haben vor allem die Laschet-Getreuen die Wahl zur Auseinandersetzung zwischen Gestern (Laumann) und Morgen (Laschet) hochgejubelt. Das war falsch. Denn Laumann steht mitten in der Partei. Wer ihn unterschätzt, begeht einen großen Fehler.

Laumann hat 17 Jahre als Schlosser gearbeitet

Es gibt nicht mehr viele in der Politik, die das Arbeitsleben außerhalb der Parlamente, Parteizentralen oder Stiftungen - das wirkliche Leben also - aus eigener Anschauung kennen. Laumann muss man unbedingt dazu rechnen. Der 52-Jährige ist auf einem Bauernhof aufgewachsen, hat Schlosser gelernt und dann 17 Jahre in dem Beruf gearbeitet. Er ist tief im ländlichen Katholizismus verwurzelt, engagierte sich einerseits bei der IG Metall, wurde Betriebsrat, suchte aber andererseits seine politische Heimat in der CDU.

Im Münsterland eine eher logische Wahl, deckt die Volkspartei dort doch das ganze Spektrum vom Arbeitnehmer bis zum Unternehmer ab. Seine Karriere richtete er zunächst eher auf die Bundesebene aus, saß seit 1990 im Bundestag. Dort machte er sich parteiübergreifend einen Namen als engagierter Sozialpolitiker, avancierte schließlich zum Chef des höchst einflussreichen Arbeitnehmerflügels CDA.

Düsseldorf statt Berlin - für Laumann eine Weichenstellung

Just in diesem Jahr, also 2005, erreichte ihn der Ruf von Jürgen Rüttgers. Dem war er schon lange sowohl freundschaftlich, aber auch politisch-inhaltlich verbunden. Rüttgers suchte damals ein Flaggschiff für seine Sozialpolitik. Laumann wechselte im Sommer von Berlin nach Düsseldorf - nicht ahnend, dass er schon ein paar Monate später vielleicht auch unter der neuen Kanzlerin Angela Merkel Minister hätte werden können.

Laumann muss nun ein Team um sich herum bilden. Er kündigte gestern bereits an, seinen Konkurrenten Laschet an "herausragender Stelle" in die Arbeit der Fraktion einzubinden. Doch bleibt wohl nur der Posten eines Fraktionsvize. Laumann wird sich wohl auch einen neuen Parlamentarischen Fraktionsgeschäftsführer suchen.

Spätestens im kommenden Frühjahr will Rüttgers den Posten des Landesparteichefs räumen. Laumann tritt nicht an, Laschet wohl auch nicht mehr. Bleiben Andreas Krautscheid und Norbert Röttgen.

Doch Laumann arrangierte sich mit seiner Rolle in der Landespolitik, pflegte die für Rüttgers wichtigen Kontakte ins Gewerkschaftslager und lieferte den Flankenschutz für dessen Attacken gegen die rot-grüne Hartz-Gesetzgebung.

Kaum einer stand Rüttgers in den vergangenen Wochen, also nach der krachenden Niederlage bei der Landtagswahl am 9. Mai, treuer und vehementer zur Seite als Laumann. Das war nicht ganz risikofrei. Denn Rüttgers war nun einmal das Gesicht der Niederlage, Laumann hingegen machte vor allem die Wirren der schwarz-gelben Bundesregierung und die Griechenland-Krise für den Absturz um mehr als zehn Prozentpunkte verantwortlich. Eine Eigenverantwortung der schwarz-gelben Koalition hat er lange Zeit zurückgewiesen.

Seine betonharte Meinung zum Schulsystem weicht er auf

Diese Meinung hat er nun ein wenig aufgeweicht, merkte er doch auch, dass die CDU durchaus selbstkritisch darüber nachdenkt, ob das betonharte Festhalten am dreigliedrigen Schulsystem richtig war.

Armin Laschet hat Laumann nun mit seinem guten Ergebnis in der Gegenkandidatur gezeigt, dass auf ihn auch eine hohe Anforderung als Integrator und Moderator zukommt. Die neue Aufgabe als Fraktionschef erfordert ein hohes Maß an Einsatz und Disziplin. Laumann hat ein breites Netzwerk in der CDU. Und er kann auf die Unterstützung von Rüttgers bauen. Doch am Ende muss er es nun alleine stemmen.

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