In Düsseldorf und Mönchengladbach werden die Amtsinhaber abgewählt. Nur in Remscheid siegt der Favorit.

Wahl
Überschäumende Freude bei Überraschungssieger Hans Wilhelm Reiners (CDU) in Mönchengladbach.

Überschäumende Freude bei Überraschungssieger Hans Wilhelm Reiners (CDU) in Mönchengladbach.

In Remscheid gratuliert der unterlegene CDU-Kandidat Jochen Siegfried (CDU) dem neuen OB Burkhard Mast-Weisz von der SPD.

Thomas Geisel (SPD, links) jubelt vor dem Düsseldorfer Rathaus, in dem er Chef wird.

Knappe, Bild 1 von 3

Überschäumende Freude bei Überraschungssieger Hans Wilhelm Reiners (CDU) in Mönchengladbach.

Düsseldorf/Mönchengladbach/Remscheid. Bei den Stichwahlen gab es am Sonntag in zwei Großstädten unserer Region handfeste Überraschungen: In Düsseldorf und Mönchengladbach mussten sich die bisherigen Oberbürgermeister ihren Herausforderern geschlagen geben: Thomas Geisel (SPD) schlug Dirk Elbers (CDU) haushoch, in Mönchengladbach muss Norbert Bude (SPD) nach einer äußerst knappen Niederlage seinen Sessel für den Außenseiter Hans Wilhelm Reiners (CDU) räumen (siehe Kasten). Nur in Remscheid setzte sich der Favorit durch: Burkhard Mast-Weisz von der SPD siegte klar gegen Jochen Siegfried (CDU).

In Düsseldorf zählten Erfolge der Vergangenheit nicht mehr

In Düsseldorf hat die erfolgsverwöhnte CDU mit ihrem Kandidaten nun endgültig das Erbe des im Jahr 2008 verstorbenen Joachim Erwins verpulvert – wie diese Zeitung bereits nach dem ersten Wahlgang vor drei Wochen titelte. Die Erfolge der Vergangenheit, die immer noch nachwirken, zählten am Sonntag nicht mehr. Schwerer wogen beim siegessicheren Elbers zuletzt der eine oder anderen Tritt ins Fettnäpfchen und diverse Polit-Affären. „Die Düsseldorfer wollten ihn einfach nicht mehr“, räumte am Abend ein enttäuschtes CDU-Mitglied ein.

Während die Union in der Landeshauptstadt Trauer trägt, jubelt sie in Mönchengladbach: Nach zehn Jahren Intermezzo mit einem SPD-Oberbürgermeister hat die CDU sich bei der Stichwahl den Posten zurückgeholt. Mit 0,7 Prozentpunkten Unterschied holte sich Herausforderer Hans Wilhelm Reiners den Sieg. Dem Amtsinhaber Norbert Bude und den Genossen, die die Auszählung im Rathaus verfolgten, gefroren die Gesichtszüge, als auch der letzte Stimmbezirk nichts mehr am Ergebnis änderte.

„Das ist spannender als das WM-Endspiel“ hieß es, während die Bezirke nach und nach einliefen. Immer wieder änderten sich die winzigen Mehrheiten mal für den einen, mal für den anderen Bewerber um das Hauptamt – meist sogar nur hinter dem Komma. „Ich hatte erwartet, dass es knapp ausgeht, aber nicht so“, sagte Gewinner Reiners. „Die letzte Stunde war nervenaufreibend.“

Der unterlegene Bude machte vor allem die niedrige Wahlbeteiligung und „einen Funken Glück“ von Reiners für das Ergebnis verantwortlich. Die Wahlbeteiligung lag bei 29,6 Prozent.

Burkhard Mast-Weisz baute Vorsprung noch weiter aus

Thomas Geisel wird neuer OB mit 59,2 Prozent der Stimmen, Dirk Elbers (CDU) ist mit 40,8 Prozent abgewählt.

Hans Wilhelm Reiners (CDU) schlägt mit 50,4 Prozent der Stimmen knapp Amtsinhaber Norbert Bude (SPD) mit 49,6 Prozent.

Burkhard Mast-Weisz (SPD) wird mit 57,5 Prozent zum Nachfolger von Beate Wilding (SPD). CDU-Kandidat Jochen Siegfried erhält 42,5 Prozent.

Birgit Alkenings (SPD) wird klar mit 61,8 Prozent der Stimmen zur Bürgermeisterin gewählt. Gegenkandidatin Marion Buschmann (CDU) kommt auf 38,2 Prozent.

Mit 55,2 Prozent der Stimmen ist Dirk Lukrafka (CDU) Bürgermeister, Gerno Böll-Schlereth von der SPD kommt auf 44,8 Prozent.

Frank Steffes (SPD) setzt sich bei der Bürgermeisterwahl mit 61,15 Prozent der Stimmen gegen CDU-Mann Rainer Hüttebräucker (38,85) durch.

In Remscheid dagegen ist Burkhard Mast-Weisz ist den hohen Erwartungen gerecht geworden. Der als Favorit in die Stichwahl gegangene SPD-Mann setzte sich deutlich gegen seinen Kontrahenten Jochen Siegfried von der CDU durch und verbuchte am Ende 57,5 Prozent der Wählerstimmen. Bei der Kommunalwahl Ende Mai hatte Mast-Weisz bereits rund sieben Prozent mehr an Stimmen auf der Habenseite.

„Ich möchte ein Oberbürgermeister für alle Remscheider sein“, versprach der neue Mann an der Stadtspitze, nachdem das Endergebnis um kurz nach 18.30 Uhr im Ämterhaus bekanntgegeben worden war. „Ich will in einer tollen Stadt die Zukunft gestalten“, sagte er. Der CDU-Kandidat mochte die klare Niederlage nicht spontan kommentieren: „Ich will das erst einmal sacken lassen.“

Erschreckend die Wahlbeteiligung – nur 30,2 Prozent gaben ihre Stimme ab. Vor zehn Jahren waren es bei der letzten Stichwahl in Remscheid noch über 47 Prozent gewesen.

Leserkommentare (3)


() Registrierte Nutzer