Stiftung Warentest: Verbraucherschützer untersuchten 31 Produkte aus dem deutschen Einzelhandel.

Düsseldorf. Die meisten Röstkaffees schmecken gleich - unabhängig davon, ob es sich um preisgünstige Discounterware, etablierte Marken, Bio- oder fair gehandelten Kaffee handelt. Zu diesem für Genießer erstaunlichen Ergebnis kommt die Stiftung Warentest, die 31 Kaffees aus dem deutschen Einzelhandel untersucht hat. Bei der Überprüfung der Anbaubedingungen konnte sich Bio- und fair gehandelter Kaffee dagegen deutlich von den anderen abheben. Nur drei Kaffees schmeckten so "modrig und muffig", dass sie mit "mangelhaft" bewertet wurden. 20 Kaffees erhielten die Note "Gut". Sie schmecken fast alle einheitlich, weil sie sich den Testern zufolge "gezielt am populären Geschmack" orientieren. Um den zu erreichen, werden Bohnen aus bis zu zehn unterschiedlichen Herkünften vermischt. Sowohl im Geschmack als auch bei den sozialen und ökologischen Produktionsbedingungen vor Ort konnten nur vier Kaffees überzeugen: Café Aha von Gepa, dem Pionier im fairen Handel, Café Intención ecologico von Darboven und der Lebensbaum Café Dia von Bio-Anbieter Ulrich Walter. Mit dem Bio Röstkaffee von Aldi Süd ist zudem sogar ein Discounter-Kaffee mit von der Partie. Bio- und fair gehandelter Kaffee ist teuerer, weil keine Pestizide verwendet und die Kaffeebauern höher entlohnt werden. Fair gehandelter Kaffee wird immer beliebter: Im vergangenen Jahr wurde mit 5000 Tonnen 14 Prozent mehr verkauft, als im Jahr davor. Die meisten Kaffees erhielten bei den sozialen und ökologischen Kriterien das Urteil "bescheidene Ansätze". Melitta, Röstfein und Tempelmann verweigerten den Testern genaue Auskünfte. Gesundheitlich waren dagegen fast alle Kaffees in Ordnung. Beim Nerven schädigenden Acrylamid lagen allerdings vier Kaffees über dem Signalwert.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer