Wie der Sport-Unternehmer Michael Mronz NRW für Olympia 2028 attraktiv machen will.

Der Kreisausschuss will Versuche unterstützen, die Olympischen Spiele 2028 ins Rheinland zu holen.
Olympia an Rhein und Ruhr: Der Sport-Unternehmer Michael Mronz macht sich dafür stark. (Symbolfoto)

Olympia an Rhein und Ruhr: Der Sport-Unternehmer Michael Mronz macht sich dafür stark. (Symbolfoto)

dpa

Olympia an Rhein und Ruhr: Der Sport-Unternehmer Michael Mronz macht sich dafür stark. (Symbolfoto)

Düsseldorf. Herr Mronz, was macht NRW so attraktiv für eine potenzielle Bewerbung?

Mronz: Es gibt keine Region, die eine solche Topografie hat wie NRW, wie die Rhein-Ruhr-City. 70 Prozent der Sportstätten könnten wir nach den neuen Vorgaben des IOC nutzen. Wir begrüßen schon heute über 600 000 Menschen in Stadien, wir haben 24 Hallen mit mehr als 3000 Plätzen und neun Hallen mit mehr als 15000 Plätzen. Das ist ein Riesenpotenzial. Allein in Düsseldorf, Köln, Essen und Dortmund haben wir für manche Sportarten über 700000 Quadratmeter Messefläche, deutlich mehr als zuletzt Rio oder bald Tokio. Wenn man über Olympische Spiele nachdenkt, die nicht den Anspruch haben, gigantisch zu sein, sondern die Welt zu begeistern und eine vorhandene Infrastruktur klug und wirksam einzusetzen, dann haben wir hier in NRW eine tolle Chance.

Der DOSB hat seine Bedenken formuliert und will jetzt keine Bewerbung unterstützen.

Mronz: Wichtig ist: Es gibt jetzt keine Entscheidung zu treffen. Im September 2017 wird die Entscheidung darüber getroffen, wo die Olympischen Spiele 2024 stattfinden. Sollte einer der drei europäischen Städte den Zuschlag bekommen, ist es nicht realistisch sein, sich für 2028 zu bewerben. Geht der Zuschlag an Los Angeles, sollte man sich ernsthaft ab 2017 damit auseinandersetzen und die Zeit bis dahin nutzen, vorbereitet zu sein. Nach meiner Einschätzung will das auch der DOSB abwarten. Ich halte es für zentral, dass bis dahin ein Konzept und ein Grundlagenpapier erarbeitet wird, für das keine Steuergelder verwendet werden. Bis dahin ist es eine Initiative aus der Mitte der Gesellschaft, die finanziert wird von der Mitte der Gesellschaft. Eine Initiative gemeinsam mit der Politik. Dann können wir auch den DOSB und die Menschen überzeugen.

NRW hat sich schon einmal für 2012 beworben und nicht einmal die deutsche Vorausscheidung gewonnen.

Der Kölner Sport-Unternehmer Michael Mronz (49), der auch das CHIO--Reitturnier in Aachen organisiert und Witwer des verstorbenen FDP-Politikers Guido Westerwelle ist, war auf Einladung des CDU-Landeschefs Armin Laschet in den Landtag gekommen. Laschet forderte ein, dass Olympia „nicht nur noch in Halbdiktaturen möglich“ sein könne. „Wir in NRW können sowas.“ Steuergelder dürften bis zu einer tatsächlichen Bewerbung nicht verbraucht werden. Mronz garantiere das mit seiner Initiative, die sich nun mit einem Papier zur Vorbereitung beschäftigen wolle.

Dass Hamburg zuletzt scheiterte, bezeichnete Laschet als „Pech“. Die Bewerbung sei auf den Höhepunkt der Fifa-Krise gefallen. Fakt ist: NRW müsste sich bis September 2019 entscheiden, ob man sich tatsächlich bewirbt.

Mronz: Man darf nicht die Bewerbung von 2012 nehmen, die ist ja schon in Deutschland gescheitert. Das wäre ein großer Fehler. Es ist aber ja auch deutlich geworden, dass beim IOC ein Umdenken stattgefunden hat. Auch Regionen sind jetzt zugelassen. Vielleicht ist jetzt das Momentum da, dass man sagt: Wir wollen weg von den gigantischen Spielen. Das wird man in dem weiteren Prozess sehen.

Sollte eine europäische Stadt 2024 Ausrichter werden, würde dann auch 2032 in Frage kämen für die Rhein-Ruhr-Region?

Mronz: Das müsste man dann natürlich neu bewerten. Das ist Kaffeesatzleserei. Ich glaube, dass wir uns die Vision zutrauen sollten. Und iIch freue mich, dass es im Landtag in der Summe von allen Parteien Unterstützung gibt. Jetzt muss man es sachlich Punkt für Punkt ausarbeiten. Dann haben wir ein Angebot.

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