Es soll um Reisen ins Pferdesport-begeisterte Emirat Katar gehen: Wegen des Verdachts der Bestechlichkeit ermitteln die Behörden gegen Leitungspersonal des landeseigenen Zuchtgestüts in Warendorf. Auch das zuständige Ministerium greift nun ein.

Warendorf/Düsseldorf (dpa). Nach Bestechlichkeitsvorwürfen am landeseigenen Pferdezucht-Gestüt in Warendorf hat das NRW-Landwirtschaftsministerium am Montag personelle Konsequenzen gezogen. Drei von der Staatsanwaltschaft Beschuldigte der Leitungsebene des Landgestüts seien von ihren Aufgaben entbunden worden, hieß am Montag aus Düsseldorf. Bis auf weiteres habe ein Ministeriumsmitarbeiter die kommissarische Leitung übernommen.

Hintergrund sind Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Münster gegen drei hochrangige Mitarbeiter der landeseigenen Pferdezucht. Die Beschäftigten stehen im Verdacht der Vorteilsannahme. Es gehe unter anderem um Reisen ins Emirat Katar, bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Münster mehrere Medienberichte. In der vergangenen Woche hatte die Polizei demnach die Räume des Landgestüts durchsucht. «Wir stehen mit unseren Ermittlungen noch am Anfang», sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt sicherte den Behörden volle Kooperation zu: «Um dem international guten Ruf des Landgestüts keinen Schaden zuzufügen, kommt es jetzt darauf an, eine rasche Klärung der Vorwürfe herbeizuführen», hieß es in einer Mitteilung.

Das Gestüt mit 190 Jahre alter Geschichte gilt weltweit als Vorzeigegestüt für die Nachzucht. Aufgabe seit seiner Gründung sei es, Pferdezüchtern hochwertige und genetisch interessante Deckhengste zur Verfügung zu stellen, heißt es auf der Internetseite des Zuchtbetriebs, der dem Umweltministerium unterstellt ist. Zu den Kunden gehören Züchter aus Deutschland, ganz Europa, den USA und Australien.

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