Der Leiter des umstrittenen belgischen Meilers sieht in der Atomkraft eine Brückentechnologie. Deshalb plädiert er für längere Laufzeiten.

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Sieht keine Probleme bei längeren Laufzeiten: Jean-Philippe Bainier, Leiter des umstrittenen belgischen Kernkraftwerks Tihange.

Sieht keine Probleme bei längeren Laufzeiten: Jean-Philippe Bainier, Leiter des umstrittenen belgischen Kernkraftwerks Tihange.

Harald Krömer

Sieht keine Probleme bei längeren Laufzeiten: Jean-Philippe Bainier, Leiter des umstrittenen belgischen Kernkraftwerks Tihange.

Tihange/Aachen. Der Betreiber der umstrittenen belgischen Atomkraftwerke Tihange 2 und Doel 3 kann sich eine Laufzeitverlängerung über das Jahr 2022 hinaus gut vorstellen. „Wir sind der Meinung, dass die Nukleartechnologie, die kein CO2 emittiert, für die nächsten zehn bis 20 Jahre eine Übergangstechnologie darstellen kann, um erneuerbare Energien auszubauen“, sagte der Kraftwerksleiter von Tihange, Jean-Philippe Bainier, unserer Zeitung. Betrieben werden die Meiler von Electrabel, einer Tochter des französischen Konzerns Engie.

Sicherheitsbedenken wegen der Risse in den Druckbehältern von Tihange 2 und Doel 3 hält Bainier für unbegründet: „Tihange ist absolut sicher.“

Belgien will eigentlich bis 2025 aus der Atomenergie aussteigen. Im Jahr 2022 erreichen Tihange 2 und Doel 3 eine Laufzeit von 40 Jahren. Dennoch meint Bainier, die neueren Reaktoren – Tihange 2 und 3 sowie Doel 3 und 4 – könnten durchaus genutzt werden, um die Stromversorgung sicherzustellen: „AKW laufen üblicherweise 60 Jahre problemlos.“

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) kritisierte die Haltung. Eine Verlängerung der Laufzeit über 40 Jahre hinaus halte sie für einen Irrweg.

Das Land NRW hat indes die umstrittenen Unternehmensanleihen an den französischen Energiekonzernen EDF und Engie aus dem NRW-Pensionsfonds mit Gewinn verkauft. Für die Papiere im Wert von zuletzt 13,3 Millionen Euro wurden 14,9 Millionen erzielt.

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