Experten sehen Gefahr für das Trinkwasser. Minister verlangt Umweltprüfung.

Erdgasförderung
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Ingo Wagner

Düsseldorf. In Nordrhein-Westfalen formiert sich der Widerstand gegen die Probebohrungen nach sogenanntem unkonventionellen Erdgas. In einem Brandbrief an Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) warnt der Chef des Umweltbundesamts, Jochen Flasbarth, eine Gefährdung von Grund- und Trinkwasser durch giftige und zum Teil krebserregende Chemikalien sei nicht auszuschließen.

NRW-Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger (SPD) forderte Röttgen auf, Umweltverträglichkeitsprüfungen für die „Fracking“ genannte Technologie einzuführen. Der Bundesumweltminister kündigte eine Studie an, die die Gefahren abschätzen soll. Im Landtag sind SPD, CDU, Grüne und Linkspartei gegen die Bohrungen nach derzeitigem Stand der Technik. „Das ist derzeit zu gefährlich“, heißt es etwa bei der SPD.

Internationale Konzerne haben sich 20 Förderfelder gesichert

Internationale Energiekonzerne haben sich in mehreren Bundesländern das Recht gesichert, auf großen Flächen Erkundungsbohrungen nach Erdgas vornehmen zu dürfen. In NRW sind das 20 Felder, vor allem im Münsterland und in Ostwestfalen, aber auch im Kreis Viersen, im Kreis Heinsberg, in Krefeld, Mönchengladbach, dem Kreis Kleve und dem Kreis Mettmann.

Bei den Probebohrungen werden bis zu 80 Chemikalien verwendet. Bislang gibt es in NRW keine laufende Bohrung. Nur ein einziger Antrag für Nordwalde bei Greven liegt vor – allerdings ruhe er derzeit, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums.

Wegen der extrem gestiegenen Rohstoffpreise werden die Erdgasvorkommen auch in Deutschland zunehmend attraktiv. In den USA wird bereits seit Jahrzehnten das „Fracking“ betrieben. Auch dort stößt es auf immer mehr Kritik von Umweltschützern und Gesundheitsexperten.

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