Außenminister Mottaki nimmt überraschend an der Sicherheitskonferenz in München teil. Die dortigen Gespräche könnten Bewegung in den Konflikt bringen.

Irans Außenminister Manuchehr Mottaki (l.) traf am Freitag bei der Sicherheitskonferenz in München ein.
Irans Außenminister Manuchehr Mottaki (l.) traf am Freitag bei der Sicherheitskonferenz in München ein.

Irans Außenminister Manuchehr Mottaki (l.) traf am Freitag bei der Sicherheitskonferenz in München ein.

dpa

Irans Außenminister Manuchehr Mottaki (l.) traf am Freitag bei der Sicherheitskonferenz in München ein.

München. Im Konflikt um sein Atomprogramm fährt der Iran mit der Weltgemeinschaft weiter Achterbahn. Dennoch weht ein Hauch von Hoffnung durch die Münchner Sicherheitskonferenz, auf der seit Freitag Außen- und Verteidigungsminister über die drängendsten Probleme der Welt beraten. Dazu gehört auch die Angst vor einer iranischen Atombombe.

Zu Wochenbeginn schickte Präsident Mahmud Ahmadine-dschad Signale für eine bessere internationale Kontrolle seines Atomprogramms - und dann am Freitag seinen Außenminister zur Konferenz nach München. Konferenzchef Wolfgang Ischinger misst der kurzfristig angekündigten Reise von Manuchehr Mottaki große Bedeutung bei. Und so beschreibt das auch das iranische Staatsfernsehen. Die Konferenz spiele eine wichtige Rolle, sagt Korrespondent Jafar Azizi und meint: "Mottaki wird mit jedem sprechen, der Fragen an ihn hat."

Über die Medien nutzt Mottaki aber erst einmal die Gelegenheit, eine iranische Bedingung für den neuen Kurs des Präsidenten zu verbreiten und vor einer Eskalation durch Sanktionen gegen den Iran zu warnen. So macht er via "Süddeutscher Zeitung" deutlich, dass der Iran zwar - wie von der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA gefordert - zur Aufbereitung von leichtangereichertem Uran im Ausland bereit sei, auf die Brennelemente für medizinische Zwecke in seinem Forschungsreaktor in Teheran aber nicht zwölf Monate warten wolle. Das Tauschgeschäft müsse zeitgleich abgewickelt werden.

Zugleich erklärt Mottaki wortreich den guten Willen seines Landes. Er spricht von einer "neuen Atmosphäre des Vertrauens" und sagt, er rechne mit einer Einigung "so schnell wie möglich".

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sieht die Chance, dass sich das Klima wandelt. Und sein chinesischer Amtskollege Yang Jiechi spricht von einem "entscheidenden Stadium" und mahnt Geduld an. Bundesaußenminister Guido Westerwelle sagt erst einmal: "Jedes Gespräch ist gut." Davon gibt es in München viele.

Der Iran hat angeblich schon den Bauplan für einen Atomsprengkopf

Mottaki kann dort auf Vertreter der Staaten treffen, die im Weltsicherheitsrat sitzen - USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich - und mit Deutschland (Sechser-Gruppe) seit Jahren versuchen, von Teheran Garantien für eine ausschließlich zivile Nutzung der Atomenergie zu bekommen.

Der Iran steht seit langem im Verdacht, nach der Atombombe zu streben. Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" hat das Land mit Hilfe eines Wissenschaftlers aus einem früheren sowjetischen Nuklearwaffenlabor bereits den Bauplan für einen fortgeschrittenen und funktionsfähigen Atomsprengkopf entwickelt. Jüngst hatte Ahmadine-dschad allerdings ein mögliches Einlenken signalisiert und gesagt, die vom Westen zur besseren Kontrolle geforderte Urananreicherung im Ausland sei "wirklich kein Problem". Westliche Staaten hatten zurückhaltend reagiert.

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